Früher war er Polizist einer Eliteeinheit in Venezuela, dann kämpfte er gegen den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro. Nun ist Óscar Pérez tot. Der Rebellenführer starb am Montag bei einem Gefecht im Versteck in der Siedlung El Junquito. Einsatzkräfte des Militärs hatten ihn und seine Gruppe umstellt. 

Immer wieder hatte sich Pérez während des Angriffs über Social Media gemeldet. Mit blutverschmiertem Gesicht sagte er, man wolle nicht, dass er und die anderen Rebellen sich ergeben. "Sie wollen uns ermorden."

Achtung: Das folgende Bildmaterial kann verstörend wirken. Entscheide selbst, ob du weiter klicken möchtest.
1/12
Wieso wurde er zum Staatsfeind Nr. 1?

Pérez wollte seine Heimat vom Sozialismus befreien. Venezuela steht kurz vor dem Kollaps, leere Supermarktregale und die höchste Inflation der Welt treiben Menschen auf die Straße. Im vergangenen Sommer eskalierten die Demonstrationen, mehr als hundert Demonstranten starben. Eine oppositionsnahe Organisation zählte 2017 insgesamt 9787 Demonstrationen und andere Arten von Protestaktionen. (bento/ bento)

Ende Juni 2017 hatte Pérez als Pilot einer Polizeieinheit CICPC mit einem gekaperten Hubschrauber das Innenministerium beschossen, außerdem feuerte er Granaten auf den Obersten Gerichtshof. Verletzte gab es nicht. Präsident Maduro bezeichnete das als "Putschversuch und Terrorakt". Danach tauchte Pérez ab, bis zum Sommer. (Tagesschau)

Inmitten einer Demonstration in Caracas gab er mehrere Interviews, umringt von seinen Anhängern. In einem Manifest hatte Pérez seine Rebellengruppe als eine "Koalition von Militärs, Polizisten und Zivilisten" bezeichnet. Eine große Bewegung steckte aber wohl nicht dahinter. 

Bei Twitter drückten am Dienstag viele seiner Anhänger ihre Trauer aus und posteten Bilder von Pérez. Einige feierten ihn als Helden:

Präsident Maduro lobte die Sicherheitskräfte nach dem Angriff gegen die Rebellen. "Die Ermittlungen haben uns erlaubt, eine Zelle dieser Gruppen zu zerschlagen, die planten, eine Autobombe vor der Botschaft eines bekannten Landes detonieren zu lassen", sagte er vor der Verfassungsgebenden Versammlung. 

"Wer den Weg des Terrorismus wählt und die Waffen gegen das Volk richtet, dem antworten die Streitkräfte. Habt daran keinen Zweifel."

Wie ist die Lage in Venezuela derzeit?

Diese Zahl ist kaum vorstellbar: In Venezuela herrscht eine Inflation von 2900 Prozent. Bedeutet: Das Geld ist nichts mehr wert. Viele Menschen hungern, weil es kaum Lebensmittel zu kaufen gibt. Deshalb nehmen auch die Plünderungen zu (SPIEGEL ONLINE). Zwar hat Venezuela gigantische Erdölreserven, doch das Land ist defacto pleite. Machthaber Maduro versucht jetzt sogar mit einer spekulativen Kryptowährung "Petro" dagegen anzukämpfen (bento).

Auch Essenspakete an die Ärmsten konnten zuletzt nicht mehr verteilt werden. Das Wort Krise reicht also kaum noch aus, um die Situation in Venezuela zu beschreiben. Hinzu kommt: Wer die Regierung kritisiert oder eben rebelliert, wird zum Schweigen gebracht. Vor einigen Monaten brachte die Verfassungsversammlung das Gesetz gegen den Hass auf den Weg, mit dem sich jegliche Kritik unterdrücken lässt. (Tagesschau)

Der Tod von Pérez zeigt, wie weit Maduro dabei geht. 


Gerechtigkeit

Schweden verteilt Flyer, die Bürger vor Atomkrieg und Fake News schützen sollen
Eigentlich war die Broschüre fürs Überleben in Kriegszeiten gedacht.

Ist die Welt, in der wir leben, unsicherer geworden? Schwedens Regierung sagt jetzt: Ja, ein bisschen. 

Daher wird nun eine alte Broschüre wieder aufgelegt, die über die Gefahren im Krieg informiert.

Die Broschüre heißt "Om kriget kommer" – "Wenn der Krieg kommt" – und wurde erstmals in den 1940ern zur Zeit des Zweiten Weltkriegs an alle schwedischen Haushalte verteilt. Sie gab den Schweden Tipps, wie man sich in Ernstfällen verhält. Bis 1991, bis zum Ende des Kalten Krieges, wurde die Broschüre aufgelegt.