Bild: Twitter
Ein islamistischer Angreifer tötet 50 Menschen in einem LGBT-Club – was wir bisher wissen
Der Überblick:

In einer Diskothek in Orlando im US-Bundesstaat Florida hat ein Angreifer 50 Menschen getötet und 53 weitere verletzt. Das gab Bürgermeister Buddy Dyer bekannt. Die Tat gilt als das schlimmste Massaker der US-Geschichte.

Was ist in der Nacht genau passiert?

Der Angreifer drang laut Augenzeugenberichten um zwei Uhr am Sonntagmorgen in die Diskothek ein und begann, in die Menge zu schießen und anschließend Geiseln zu nehmen (WESH). Polizisten stürmten die Diskothek rund vier Stunden später und töteten den Schützen. 30 Menschen konnten aus dem Club gerettet werden.

Auf Twitter kursierende Videos zeigen Verletzte und Polizeikräfte vor dem Club.

In einem anderen Video sind Schüsse zu hören:
(Bild: EPA)
Was ist über den Täter bekannt?
  • Mehrere US-amerikanische Medien berichten, bei dem Schützen handele es sich um einen 29-jährigen US-Bürger afghanischer Herkunft (CBS). Alan Grayson, Kongressabgeordneter aus Florida, bestätigte die Personenangaben.
  • Der Täter ist mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verknüpft. Das behauptete die Miliz am Sonntagabend über die ihr zugeordnete Nachrichtenagentur Amaq. Gleichzeitig gibt der IS keine Insiderinformationen bekannt oder brüstet sich mit der Tat wie nach den Anschlägen in Europa. Experten vermuten daher, dass der Schütze als Einzeltäter ohne direkte Verbindung zum IS auftrat.
  • Medienberichten zufolge habe sich der Schütze unmittelbar vor seiner Tat angeblich telefonisch zum IS bekannt. Das melden unter anderem die New York Times und die Los Angeles Times unter Berufung auf Strafverfolgungsbehörden.
  • Sicherheitskräfte bestätigten, dass der Angriff "organized and well-prepared" gewesen sei. Der Schütze war demnach mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe bewaffnet ("New York Times").
  • Der Vater des Täters sagte dem US-Fernsehsender MSNBC, er glaube nicht an ein religiöses Motiv. Sein Sohn sei einmal extrem ärgerlich geworden, als sich zwei Männer in der Öffentlichkeit geküsst hätten ("Süddeutsche Zeitung").
  • Die genauen Motive des Täters sind weiter unklar. Auch US-Präsident Barack Obama konnte dazu keine Angaben machen.
Was ist über die Diskothek bekannt?

Bei der Diskothek handelt es sich um den in Florida bekannten "Pulse Club", der sich vor allem an Mitglieder der LGBT-Community richtet. Auf seiner Facebook-Seite warnte der Club in der Nacht vor der Schießerei:

Das "Pulse" dürfte vom Angreifer bewusst gewählt worden sein: Nach Polizeiangaben wohnte er im 200 Kilometer entfernten Fort Pierce ("L.A. Times").

Was sagt Obama zu dem Angriff?

US-Präsident Barack Obama sprach am Sonntagabend von einem Terrorakt.

Eine Attacke auf jeden Amerikaner – gleich welcher sexueller Orientierung – ist eine Attacke auf jeden von uns.
Barack Obama

Besonders für die LGBT-Community sei dies ein schwerer Tag gewesen, betonte Obama. Den Club "Pulse" nannte er einen "Ort der Solidarität", an dem Menschen zusammenkämen, um Aufmerksamkeit für die Community zu erzeugen. "Eine Attacke auf jeden Amerikaner – gleich welcher sexueller Orientierung – ist eine Attacke auf jeden von uns."

Wie schon in der Vergangenheit wies Obama auf die laschen amerikanischen Waffengesetze hin. Die Tat erinnere daran, wie leicht es für jemanden sei, an eine Waffe zu gelangen. "Und wir müssen entscheiden, ob das die Art von Land ist, die wir sein wollen." Nichts zu tun, sei ebenfalls eine Entscheidung, so der US-Präsident. Obama setzt sich schon seit Jahren für striktere Waffengesetze ein, vor allem die Republikaner blockieren seine Bemühungen.

Welche Dimension hat die Tat?

Sollten sich der islamistische Hintergrund des Schützen bestätigen, wäre die Tragödie im Pulse Club vergleichbar mit dem Angriff auf das Pariser Bataclan im vergangenen Herbst – und der schlimmste Anschlag in den USA seit dem 11. September.

Auf jeden Fall wird sich das Massaker auf den US-Wahlkampf auswirken – sei es in der Frage nach einem schärferen Waffengesetz oder im Umgang mit islamistischem Terror.

Der republikanische Bewerber Donald Trump hat sich bereits eine Meinung gebildet:

Es gab Gerüchte über eine Explosion. Was hat es damit auf sich?

Lokale Medien berichteten am frühen Sonntagmorgen zudem von einer lauten Explosion, die vor Ort zu hören war (WESH). Dabei handelte es sich um eine von der Polizei durchgeführte kontrollierte Sprengung:

Wie diese in Zusammenhang mit der Schießerei steht, ist bislang nicht bekannt. Die Polizei durchsuchte den Club und seine Umgebung nach Sprengsätzen:

Weiterer schwer bewaffneter Mann wollte zum L.A. Pride

Polizisten haben in Santa Monica, einem Stadtteil von Los Angeles, einen Mann festgenommen und Waffen, Munition und Sprengstoff in seinem Auto sichergestellt. Das berichten die "Los Angeles Times" und der Fernsehsender KABC. Er soll demnach auf dem Weg zum Festival L.A. Pride gewesen sein. Es gibt aber bisher keine Anzeichen, dass der Mann eine Verbindung zu dem Angreifer in Orlando hatte. (SPIEGEL ONLINE).


Sport

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