Bild: dpa/Caroline Seidel
Du kannst damit auch sagen, was du nicht spenden willst!

Das Thema Organspende ist ein wenig gruselig, weil es einen mit dem eigenen Tod konfrontiert. Da sieht man sich selbst bewegungslos auf einem Tisch liegen, das Messer setzt an, Organe werden entnommen. "Vielleicht spüre ich ja doch was dabei, obwohl ich nicht mehr lebe?", fragen sich viele. 

Definitiv: Das Thema ist emotional. Dabei könnte die Gleichung eine einfache sein: 

Tote werden nicht weiterleben. Aber Erkrankte könnten durch Organe Verstorbener weiterleben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will, dass die Deutschen mehr Organe spenden. Das sei man den derzeit rund 10.000 Patienten schuldig, die in Deutschland auf den Wartelisten für eine Transplantation stünden. (SPIEGEL ONLINE

Jedes Jahr am 2. Juni ist der Tag der Organspende. Zeit, dass wir uns mal Gedanken darüber machen.

Hier sind 6 Fakten, die du über die Organspende wissen solltest:

1.

Die Deutschen spenden relativ selten Organe

Relativ im Vergleich mit den anderen "Eurotransplant-Ländern", zu denen Kroatien, Belgien, Österreich, Slowenien, Ungarn, Holland und Luxemburg zählen. Die Organisation Eurotransplant regelt die Vergabe von Spenderorganen. Deutschland gilt im Verbund der acht Staaten seit Jahren als Importland. Das liegt aber nicht in erster Linie an der mangelnden Bereitschaft der Deutschen, zu spenden. Die Strukturen an den Kliniken seien das Problem. (SPIEGEL ONLINE) Das Thema gehe im Klinikalltag unter, es werde zu wenig darüber gesprochen

Deswege will Gesundheitsminister Jens Spahn im September einen Gesetzesentwurf vorlegen, um die Kliniken finanziell besser auszustatten – und um den Arbeitsdruck auf den Intensivstationen zu verringern. Außerdem sollen die Transplantationsbeauftragten an den Kliniken mehr Zeit haben, um mit den Angehörigen und den Ärzten wichtige Fragen zu klären.

2.

Mit dem Organspendeausweis kannst du auch Nein sagen

  • Auf dem Ausweis, der so groß ist wie eine Visitenkarte, gibt es den Punkt: "Nein, ich widerspreche einer Entnahme von Organen oder Geweben." Wenn du möchtest, kannst du damit also auch sicherstellen, dass keine Organe entnommen werden.
  • Auf der anderen Seite kannst du auf dem Ausweis aber auch genau festlegen, welche Organe du nicht spenden möchtest. Das geht mit Punkt "Ja, ich gestatte dies, mit Ausnahme folgender Organe/Gewebe..." 
  • Genauso kannst du entscheiden, dass du nur bestimmte Organe spenden möchtes bist. 
  • Wenn dich das Thema überfordert und du die Verantwortung abgeben willst, kannst du eine Person angeben, die für dich entscheiden soll. Das kann auch eine gute Freundin sein, es muss nicht zwingend ein Familienmitglied sein.

3.

Du kannst dich umentscheiden

Wenn du dir diesen Ausweis mal angeschafft hast (was übrigens sehr einfach und kostenlos hier geht) wirst du nirgendwo registriert. Das heißt: Wenn du deine Meinung im Laufe der Zeit änderst, hol dir einfach einen neuen und zerreiße den anderen.

4.

Sag jemandem Bescheid, dass du einen Ausweis hast

Wenn du deiner Familie oder anderen Vertrauenspersonen von deiner Entscheidung erzählst, ersparst du ihnen im Ernstfall eine zusätzliche Belastung. Liegt gar kein Ausweis vor oder wird er nicht gefunden, werden deine Angehörigen im Fall eines Hirntodes vor die Entscheidung gestellt.

5.

Du musst gewisse Voraussetzungen erfüllen

Vor einer Spende muss der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen festgestellt worden sein. Es gibt also keinen Weg mehr zurück ins Leben. Bestimmte Infektionen oder Krebs schließen dich von einer Organentnahme aus. Wenn du eine chronische Krankheit hast, solltest du das auf dem Ausweis vermerken. 

Es gibt übrigens keine Altersgrenze für die Organspende. Deine Gesundheit ist entscheidend, nicht das Geburtsjahr. 

6.

Diese Organe kannst du spenden

  • Wichtige Organe: Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Darm
  • Teile der Haut
  • Hornhaut der Augen
  • Herzklappen
  • Teile der Blutgefäße, des Knochengewebes, des Knorpelgewebes und der Sehnen

7.

Die Hinterbliebenen erfahren nicht, wer die Organe bekommen hat

Selbst, wenn sie es wollten. Die Organspende ist anonym. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation teilt aber auf Wunsch mit, ob die Transplantation erfolgreich verlaufen ist. 

So wissen Angehörige, dass die Spende vielleicht ein Leben gerettet hat.


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