Drei Fakten zum umstrittenen Projekt

Mitte November kauften Musiker Olli Schulz und Heimwerker-Youtuber Fynn Kliemann das Hausboot des verstorbenen Sängers Gunter Gabriel und verkündeten den Kauf auf Instagram: 

Gabriels Tochter Yvonne Koch hatte das Hausboot erst im Oktober Interessentinnen und Interessenten zum Verkauf vorgestellt. Das Hausboot sollte für mindestens 30.000 Euro verkauft werden, 450.000 Euro an Schulden soll sie von ihrem Vater geerbt haben. (Abendblatt)

1 Das Hausboot soll ein Rückzugsort werden.

In seinem Podcast "Fest & Flauschig", den er gemeinsam mit Jan Böhmermann moderiert, kündigte Olli Schulz an, das Hausboot in einen "Rückzugsort für Künstler" verwandeln und es vermieten zu wollen. Außerdem möchte er auf dem Boot eine Ecke einrichten, die an Gunter Gabriel erinnern soll. 

Er habe eine "Affinität für Gunter Gabriel, im Guten wie im Schlechten", sagte Olli Schulz. Gabriel sei ein "eigener Charakter" gewesen, den er aber nicht "glorifizieren" wolle. 

2 Aber es gibt Kritik am Kauf des Hausbootes.

Gunter Gabriel war nicht nur Musiker, sondern auch jemand, der sich privat nicht immer unter Kontrolle zu haben schien. Ihm sei bei seinen Ehefrauen "mal die Hand ausgerutscht", sagte er mal. (FAZ)

Im Netz werfen Kritikerinnen und Kritiker Olli Schulz und Fynn Kliemann daher vor, Gabriel mit dem Bootkauf zu ehren.

3 Fynn Kliemann reagiert nun auf die Vorwürfe.

Auf Instagram verfasste er diese Antwort:

"'Toller Typ, dieser Gunter Gabriel. Jemand sollte das Hausboot, auf dem er seine Frau schlug, kaufen und sein Andenken bewahren.' Diese dunkle Seite seines Lebens wird natürlich nicht ignoriert!"

Er habe deshalb "intensiv" mit Gunter Gabriels Tochter diskutiert. Gabriel stehe "eben nicht nur für Kreativität, Freigeist, Antihaltung und war ein Arbeitstier", er sei auch "ein riesen Arschloch" gewesen und habe seine Frauen geschlagen.

"Speziell bei Künstlern werden solche Handlungen oft legitimiert. Das ist nichts, was wir weglächeln, geschweige, dem noch ein Andenken schaffen wollen. Viel mehr kann man die Historie doch nutzen, um zu Reflektieren, Schatten zu beleuchten und daraus zu lernen." 

Das Boot stehe für das kreative Schaffen und biete die Möglichkeit, "in Sachen Gleichberechtigung und Gewalt gegen Frauen ein klares Zeichen zu setzen". 



Today

"Du Giraffenaffe": Ex-Polizisten bepöbeln Pärchen mit rassistischen Beleidigungen
Dann wurde es handgreiflich.

In Sangerhausen in Sachsen-Anhalt sollen zwei pensionierte Polizeibeamte an einem rassistischen Übergriff auf eine Deutsche und ihren Freund aus Gambia beteiligt gewesen sein. Am Rande einer Polizeiparty sollen sie das Paar erst beleidigt, später auch geschlagen haben. Nun ermitteln Beamte gegen ihre Ex-Kollegen.

Was war passiert?

Polizisten aus Sangerhausen hatten sich am Freitag zu einer Feier in einer Gaststätte im Stadtzentrum getroffen. Auch die beiden pensionierten Kollegen waren anwesend, teilte die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd am Sonntagnachmittag mit. 

Vor der Gaststätte sollen die beiden das vorbeikommende Pärchen – eine 23-jährige Deutsche und einen 18-jährigen Gambier – beleidigt haben. Im internen Polizeibericht steht, die Männer hätten die Frau als "Negerhure" beschimpft. Als das Pärchen später am Abend erneut an der Gaststätte vorbeikam, wurden sie als "Giraffenaffe" und "Kanakenfotze" beschimpft. (Mitteldeutsche Zeitung)

Daraufhin sei die Lage eskaliert. Einer der Ex-Polizisten soll die Frau ins Gesicht geschlagen haben. "Als sie am Boden lag, wurde ihr Kopf noch dreimal auf das Pflaster geschlagen", heiße es in dem Bericht. "Dann ließ der Täter ab. Beide Tatverdächtige entfernten sich vom Tatort." 

Wie geht es weiter?

  • Auch das Pärchen soll gewalttätig geworden sein: Zumindest haben die Rentner Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen den Gambier gestellt. Der 18-Jährige habe ihnen demnach mehrfach gegen den Kopf geschlagen.
  • Gegen die Ex-Beamten wird aber auch ermittelt: Wegen Beleidigung und Körperverletzung. Die Polizeiführung von Sachsen-Anhalt soll sich der Sache annehmen, der Vorfall wird als "wichtig" eingestuft. Außerdem prüft die zuständige Polizeidirektion disziplinarrechtliche Schritte gegen die pensionierten Polizeibeamten.