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Österreich hat am Sonntag ein neues Parlament gewählt – und den rechtskonservativen Parteien die meisten Stimmen geschenkt. Die ÖVP vom 31-jährigen Sebastian Kurz wurde stärkste Kraft, er wird wahrscheinlich neuer Kanzler.

Drittstärkste Kraft wurde die rechtspopulistische FPÖ, die mit flüchtlingsfeindlichen Parolen Stimmung im Wahlkampf machte.

Bei den jungen Wählern kam das gut an: Hätten nur sie über die Wahl entschieden, wäre die FPÖ stärkste Partei geworden.

Offiziell bekam die konservative ÖVP 31,7 Prozent, die soziale SPÖ 26,9 Prozent und die FPÖ 26 Prozent. Die österreichische Zeitung "Der Standard" hat die Wahlergebnisse nach Alter, Geschlecht und Bildungsgrad aufgeschlüsselt – mit überraschenden Ergebnissen.

1.

Die rechtspopulistische FPÖ ist bei den Jungwählern beliebteste Partei.

Sie holte 30 Prozent der Stimmen der Wähler unter 30. ÖVP holte 28 Prozent und SPÖ 17 Prozent. 

Bei Wählern über 60 rutschte die FPÖ hingegen ab: Nur 19 Prozent gaben ihr ihre Stimme.

2.

Bei den Frauen haben die Rechten kaum eine Chance.

Aufgeschlüsselt nach Geschlecht, stimmten bei den Frauen nur 22 Prozent für die FPÖ, 30 Prozent wählten die ÖVP und 29 Prozent die SPÖ. 

Bei den Männern bekam die ÖVP die meisten Stimmen (33 Prozent), dann folgte die FPÖ mit 29 Prozent. Für die Sozialdemokraten waren 25 Prozent.

Je höher der Bildungsgrad – desto härter scheitert die FPÖ.

Die meisten Stimmen holten die Rechtspopulisten bei Wählern, die nur die Pflichtschule (30 Prozent) oder eine Lehre (37 Prozent) absolviert haben. 

Ganz anders sieht es bei höheren Bildungsabschlüssen aus: Wer die Matura, das österreichische Abitur, gemacht hat, wählte vor allem die konservative ÖVP. Die FPÖ bekam hingegen nur 10 Prozent. Bei Wählern mit Uniabschluss ist es noch weniger: Nur 7 Prozent wählten die Rechtspopulisten.


Gerechtigkeit

Hätten nur junge Wähler in Niedersachsen entschieden, wäre es für die AfD knapp

Am Sonntag hat Niedersachsen nach vorgezogenen Wahlen über einen neuen Landtag abgestimmt. Die SPD konnte sich gegen die CDU behaupten, für eine Regierung mit den Grünen reicht es aber nicht (hier die Ergebnisse im Detail). 

Spannend ist der Blick auf die Wähler unter 30: Die SPD schneidet deutlich schlechter ab, die AfD aber auch.

Das ZDF hat mit der Forschungsgruppe Wahlen die Wahlergebnisse dem Alter nach aufgeschlüsselt.