Bild: dpa/Robert Jaeger

Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache soll angesichts der Situation von Asylbewerbern im Land darüber nachgedacht haben, diese in Kasernen unterzubringen. Darüber hinaus hält der Politiker der rechten FPÖ auch eine Ausgangssperre für denkbar, wie er in einem "Wien heute"-Interview des Senders ORF gesagt hat.

Hier ein Auszug aus dem Interview:

"Es ist ja bereits in der Vergangenheit darüber diskutiert worden, ob es nicht so sein soll, dass ab einer gewissen Abendzeit alle wieder in der Kaserne zu sein haben. Es braucht Ordnung, so lange es ein offenes Asylverfahren gibt.“

Seit Mitte Dezember ist die FPÖ Teil der Regierungskoalition in Österreich. Im Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ sieht eine Ankündigung vor, Flüchtlinge nicht mehr in privaten Unterkünften, sondern in Quartieren unterzubringen. Die Asylbetreuung solle künftig wieder durch das Innenministerium abgedeckt werden, so Strache. Bislang wurde sie an NGOs und private Vereine ausgelagert.

Die Sozialdemokraten zeigen sich empört.

Der SPÖ-Politiker und Wiener Integrationsstadtrat, Jürgen Czernohorszky, sagte, das Wort "integrieren" werde bei der FPÖ durch "internieren" ersetzt. "Es ist ein unglaubliches politisches Armutszeugnis, wenn man gar nicht erst versucht, dass Menschen, die zu uns kommen, so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen, sondern sie einfach nur wegsperrt." (Der Standard

Auch Peter Hacker, Chef des Fonds Soziales Wien, zeigte sich empört:

Ich bin fassungslos, wes Geistes Kinder diese Burschen sind.

Der Vorschlag, Asylbewerber in Kasernen unterzubringen, betrifft zunächst Wien. Und es ist nicht das erste Mal, dass die FPÖ einen solchen Vorstoß wagt: Zuvor wollte der Abgeordnete Johann Guderus Asylbewerber in Massenquartieren am Stadtrand unterbringen. Die Stadt lehnte diesen Vorschlag allerdings sogleich ab

Was Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) von der Idee hält, ist noch unklar. Er hält sich bislang bedeckt. 

Update: Am Freitag haben FPÖ und ÖVP ihre erste Klausur abgehalten. Auf der anschließenden Pressekonferenz hat Strache seine Aussagen bezüglich der Unterbringung von Asylbewerbern in Kasernen relativiert. Quartiere für Flüchtlinge in leerstehenden Kasernen seien derzeit kein Thema, sagte Strache. „Es sind keine Massenquartiere geplant." (Welt)

Hier erfahrt ihr mehr über die Pläne der neuen Regierung:


Gerechtigkeit

Mate, Sex und Neonazis – so ist das neue Magazin für junge AfD-Wähler

AfD-Parteitage und Pegida-Demonstrationen sind ungefähr so hip wie Kaffeefahrten. Man denkt an Hundekrawatten und alte Männer mit wutgeröteten Gesichtern. Passt ja irgendwie auch: gestrige Ideen von gestrigen Gestalten.

Tatsächlich ist es aber nicht so einfach: Bei der Bundestagswahl war der Anteil der AfD-Wähler bei den 18-24-Jährigen genauso groß wie bei den über 60-Jährigen. Und von den zwölf Abgeordneten unter 30 Jahren im neuen Bundestag sind die Hälfte von der AfD. (bento)

Es gibt also jede Menge junge Menschen, die mit rechten Parteien und Positionen sympathisieren. Und die sich deshalb von Vice, bento und anderen jungen Medien, die eine liberale Weltsicht vertreten, nicht verstanden fühlen.

Genau diese Lücke soll das "Arcadi"-Magazin füllen: "Arcadi" ist die "Neon" für AfD-Wähler. Es geht also nicht nur um Vaterland und Flüchtlinge, sondern auch um Film, Musik, Ernährung, Sport und Sex. So soll "Arcadi" laut Eigenwerbung "wertiges Kultur-Magazin für junge Europäer" sein und den Lifestyle einer neuen, rechten Jugend widerspiegeln.