Die jungen Menschen, die in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember in Berlin versucht haben sollen, einen polnischen Obdachlosen anzuzünden, sind als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Sechs der 15- bis 21-Jährigen wurden in Syrien geboren, einer in Libyen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gemeinschaftlichen versuchten Mord vor.

Eigentlich ist es nicht wichtig, woher die Verdächtigen kommen. Was ihnen vorgeworfen wird, ist als Verhalten völlig indiskutabel und strafbar – in Berlin wie im syrischen Damaskus.

Noch einmal zum Nachlesen – das ist in Berlin passiert:

Trotzdem berichten fast alle über die Herkunft der Verdächtigen. Wir auch. Damit uns Rechtspopulisten und Neonazis nicht vorwerfen können, dass wir die Wahrheit verschweigen. Dass wir Fakten ausblenden, weil sie uns nicht passen.

Obwohl wir wissen, dass das Nennen der Herkunft vor allem Vorurteile schürt. Weil es schnell nicht mehr um sieben konkret Verdächtige geht, sondern um "die Flüchtlinge" und "ihre Kultur". Um den "Import von Verrohung ungeahnter Dimension", wie es auf Hassseiten heißt.

Von Fakten hin zu gefühlten Fakten ist es nicht weit.

Bleiben wir bei den Fakten: Flüchtlinge sind so wenig kriminell wie Deutsche. Das sagt das Bundeskriminalamt. Auch wenn auf Facebook-Seiten viele Fälle aufgelistet werden – nüchtern betrachtet gibt keine Häufung von Straftaten syrischer Flüchtlinge. (SPIEGEL ONLINE)

Überhaupt wird Deutschland immer sicherer, trotz Zuwanderung gibt es laut Kriminalstatistik weniger Gewaltverbrechen.

Wer darauf hinweist, dem wird schnell "Relativierung" vorgeworfen. Ein Verbrechen werde kleiner gemacht und schön geredet, das Opfer verhöhnt. Das stimmt nicht.

Nur ein Beispiel: Wenn zwei Bayern eine Straftat begehen, sagt das noch nichts über die 12,8 Millionen anderen Bayern aus. Auch wenn es 200 straffällige Bayern gibt, lässt sich ohne einen Vergleich damit wenig anfangen. Was ist mit den Hessen? Mit Brandenburgern? Und wie war es vor zwei, drei Jahren?

Erst Statistik hilft uns bei der Einordnung weiter. Das ist keine Relativierung, das sind Fakten. Mit der Statistik verschwinden auch schnell vermeintliche Gewissheiten: Da kann die wirtschaftliche Situation plötzlich ausschlaggebender sein als ein Herkunftsland oder eine Religion.

Wenn wir über Herkunft reden, dann nicht ohne Statistik.

Hier noch ein Fakt: In Deutschland sind seit 1990 mindestens 28 Obdachlose ermordet worden – nicht von Flüchtlingen, sondern von Neonazis. Die vertreten eine Ideologie von "lebensunwertem Leben" und "Sozialhygiene". (taz)

Wenn Rechtspopulisten und Neonazis Fakten fordern, dann können sie nicht im Gegenzug beliebige Fakten ausblenden, um gegen Flüchtlinge und Zuwanderung zu hetzen.


Fühlen

"Manchmal will ich einfach Menschen beim Vögeln sehen"
Unsere Sexkolumnistin über Erotik im Alltag

Im Winter vor ein paar Jahren: Ich war 22, ich war in einer Beziehung, ich hatte wenig Lust auf Sex. Und wusste nicht, warum. Der Sex mit meinem damaligen Freund war wirklich gut. Trotzdem fühlte ich mich nicht motiviert, wenn er sich vor dem Einschlafen an mich kuschelte und begann, mich zu streicheln.

Wir waren im Unistress, und wenn wir abends Pizza und Lebkuchen aßen und unsere Weihnachtswampen in Jogginghosen verstauten, war das sehr gemütlich.

Dass es auf Dauer auch unsexy war, verstand ich erst, als wir es änderten.