Bild: dpa/Michael Matejka

Am Mittwoch sollten in Bayern mehrere afghanische Flüchtlinge zu einer Sammelabschiebung abgeholt und in ihr Heimatland zurückgeflogen werden. 

An einer Berufsschule in Nürnberg formte sich jedoch spontaner Widerstand: Bei dem Versuch, einen 20 Jahre alten Afghanen aus dem Unterricht zu holen, setzen sich mehrere Mitschüler auf die Straße – der Streifenwagen mit dem Afghanen konnte nicht losfahren ("Süddeutsche Zeitung").

  • Immer mehr Schüler und Passanten nahmen am Protest teil. Zuletzt sollen 300 Menschen an der Blockade beteiligt gewesen sein.
  • Die Beamten holten die Bereitschaftspolizei hinzu und setzte Pfefferspray und Stöcke ein.
  • Polizisten wurden nach Angaben eines Sprechers "mit Fahrrädern und Flaschen beworfen".
  • Der 20-Jährige soll den Polizisten gedroht haben: "In einem Monat bin ich eh wieder hier und bringe Deutsche um." ("Die Welt")
  • Der Tumult wurde nach mehreren Stunden aufgelöst, neun Polizisten wurden dabei verletzt.

Die Aktion zeige die Bereitschaft der bayerischen Polizei "zu Gewaltexzessen zum Zweck der Durchsetzung von Abschiebungen", sagt der Flüchtlingsrat Bayern. Am Donnerstag soll aus Anlass der Nürnberger Tumulte eine Kundgebung vor dem bayerischen Kultusministerium in München stattfinden. Mehrere Initiativen wollen daran teilnehmen.

Die Polizei selbst veröffentlichte später ein Statement auf Facebook. Die Abschiebung sei rechtens und der Schüler wusste demnach auch bescheid. Aber "dass der Einsatz so aus dem Ruder gelaufen ist, konnten wir natürlich vorher nicht wissen."

➖ Zu den Geschehnissen vor einer #Berufsschule in #Nürnberg am 31.05.2017 ➖ Hallo Community, der heute vor der...

Posted by Polizei Mittelfranken on Mittwoch, 31. Mai 2017

Der Schüler selbst sitzt derzeit in Polizeigewahrsam. Seine Abschiebung konnte nicht umgesetzt werden – nach einem Anschlag mit 90 Toten war Afghanistan vorübergehend doch nicht so sicher:


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