Bild: Holger Hollemann/dpa
Drei Fragen, drei Antworten

Schulbücher in Nordrhein-Westfalen sollen auf antisemitische Vorurteile überprüft werden. Das sagte Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger

Warum sollen die Bücher überprüft werden?

Den Anstoß zur Debatte gab der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. Er kritisierte, dass in Deutschland noch immer Bücher in Umlauf seien, die Vorurteile gegen verschiedene Bevölkerungsgruppen schüren: "Es gibt dort zuweilen Bilder, die von antisemitischen Stereotypen geprägt sind", sagte er der dpa.

Woher kommen diese Aussagen?

Schuster bezieht sich auf eine wissenschaftliche Untersuchung des Georg-Eckert-Institutes für Schulbuchforschung in Braunschweig. Die Wissenschaftler seien zu dem Ergebnis gekommen, dass in vielen Schulbüchern bei den Themen Nationalsozialismus und Holocaust die Sicht der Täter eingenommen werde, so Schuster.

Dies bestätigt auch Dirk Sadowski, der an der Untersuchung des Eckert-Institutes mitgearbeitet hat: "Es gibt Licht und Schatten." Zwar wären viele Bücher bereits überarbeitet worden, in manchen aber sei vor allem der Kontext bei der Erklärung von antisemitischer Propaganda in der NS-Zeit zu kurz geraten.

Wie reagiert nun die Politik?

NRW-Ministerpräsident Laschet kündigte eine Überarbeitung der Schulbücher in NRW an: "Wir sind gut beraten, die Kritik an den deutschen Schulbüchern ernst zu nehmen. Bei dem nächsten Treffen des Kabinetts mit den jüdischen Landesverbänden möchte ich die Überarbeitung der Schulbücher auf die Tagesordnung setzen", so Laschet.

Er betonte zudem, dass dies flächendeckend geschehen müsse, da Antisemitismus in jedem Teil der Gesellschaft auftreten könne. "Das gilt für die Bücher aller Schulformen. Antisemitismus ist nicht auf bestimmte Bildungsschichten beschränkt."

Mit Material von dpa


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