Bild: dpa/Andreas Gebert
Wir haben die Grünen gefragt, was das soll

Für 60 Euro im Monat Bahn und Bus in allen Verkehrsverbünden in Nordrhein-Westfalen fahren. Genau das wollen die Grünen in NRW jetzt einführen – und zwar für alle. Die Idee dahinter: Mehr Menschen für den öffentlichen Nahverkehr begeistern, Staus und Luftverschmutzung reduzieren. 

Das haben die NRW-Grünen jetzt in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Auf change.org haben sie parallel dazu eine Petition gestartet, um für das Ticket Unterstützer zu bekommen. Die 2500er-Marke war Mittwochmittag fast erreicht.

Ein Billig-Ticket für rund 2 Euro am Tag? Wie realistisch ist das – und wie viel Wahlkampf steckt dahinter?

Wir haben mit Oliver Koch gesprochen, Sprecher der Grünen in NRW. 3 Fragen – 3 Antworten:

1. Ihr wollt den Nahverkehr mit 500 Millionen Euro ausbauen. Wer soll das denn bezahlen? 

Zum einen gibt es mehr Einnahmen durch alle, die auf Bus und Bahn umsteigen. Sollte das Ticket trotzdem unterm Strich zu einem Minus führen, muss das Land einspringen – das Geld dafür ist da, denn NRW bekommt vom Bund in den nächsten Jahren mehr Geld für den Nahverkehr, so genannte Regionalisierungsmittel. 2017 sind das bereits 150 Millionen Euro zusätzlich, bis 2031 ingesamt 5 Milliarden Euro. 

So werben die Grünen schon mal für ihre Idee:

2. Wie wollt ihr das Ticket überhaupt durchsetzen?

Wir kümmern uns darum, dass das Ticket in den nächsten Koalitionsvertrag kommt, wenn wir mitregieren. Dann setzt die Landesregierung das Ticket gemeinsam mit den Verkehrsverbänden um.

3. In den aktuellen Umfragen seid ihr aber nur noch bei 6 Prozent. Ist der Plan nicht einfach nur ein billiger Wahlkampftrick?

Natürlich ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um für diese Idee zu werben. Aber das Ticket haben wir im Dezember schon in unserem Wahlprogramm beschlossen. 

Alle Parteien präsentieren im Wahlkampf ihre Ideen, wie es in NRW weitergehen soll. Mit uns gibt es möglichst viel Mobilität für alle – bei möglichst wenig Verkehr.

Was es in den NRW-Bahnen schon jetzt gibt: WLAN. Ein bisschen zumindest:


Today

Herne-Mord: Wie mit dem Tod des kleinen Jaden (9) auf Facebook Geld verdient wird

Vor etwa einem Monat entsetzten die Morde von Herne ganz Deutschland. Der 19-jährige Marcel H. ermordete seinen neunjährigen Nachbarsjungen, flüchtete und tötete wenige Tage später einen 22 Jahre alten Mann. (bento)

Die Taten schockierten, bundesweit nahmen Menschen Anteil am Leid der Angehörigen der Opfer. 

Doch genau diese Anteilnahme wurde gnadenlos ausgenutzt: Die Betreiber einer Facebook-Seite haben den Tod des neunjährigen Jaden für ihre Geschäftsinteressen missbraucht.