Bild: Gustav Busch Arntsen/Governor of Svalbard/AP/dpa
Acht wütende Reaktionen

Ein Eisbär hat auf Spitzbergen ein Crew-Mitglied des Kreuzfahrtschiffes "MS Bremen" angegriffen. Das Tier habe den Eisbärenwächter am Kopf verletzt, teilte der Veranstalter Hapag-Lloyd Cruises mit. Der Mann aus Deutschland sei ansprechbar und außer Lebensgefahr, blieb aber zunächst im Krankenhaus in Norwegen. 

Wie kam es zu dem Vorfall?

  • Der Mann war nach Angaben von Hapag-Lloyd Cruises am Samstag mit anderen Wächtern an Land gegangen – ohne Touristen. Zuvor hatte ein Sprecher des Rettungsdienstes von Nordnorwegen gesagt, zu der Attacke sei es gekommen, als eine Gruppe von Touristen in einem kleinen Boot auf einer Insel anlandete. Spitzbergen ist eine zu Norwegen gehörende Inselgruppe. 
  • Die Polizei in Svalbard sagte, ein Hubschrauber habe den Verletzten ins Krankenhaus geflogen.
  • Andere Wächter hätten den Eisbären "aus Gründen der Notwehr" erschossen. Weitere Crewmitglieder und Passagiere seien vom Vorfall nicht betroffen.

Wieso kommen Touristinnen, Touristen und Crewmitglieder den Eisbären so nah?

Der Kreuzfahrtveranstalter Hapag-Lloyd Cruises wirbt für die Reisen nach Longyearbyen mit dem Versprechen, die Passagiere könnten dort "Arktis pur" erleben. Auf der Webseite heißt es: 

"Wo Eisbären die Wildnis regieren, bestimmt die Natur den Verlauf ereignisreicher Tage."

Eine zehntägige Reise mit der "MS Bremen", die 160 Passagiere mitnehmen kann, kostet mindestens 5810 Euro

Die jeweils vier bis fünf Eisbärenwächter an Bord der Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises sollen dafür sorgen, dass Passagiere gefahrlos an Land gehen könnten. Sie sind speziell ausgebildet und bewaffnet.

Gab es davor schon Vorfälle?

Die Behörden der Region warnen regelmäßig vor der Gefahr, die von Eisbären ausgeht. 

  • Im Jahr 2015 verletzte ein Polarbär einen Tschechen, der dort eine totale Sonnenfinsternis beobachten wollte. 
  • Die letzte tödliche Attacke eines Eisbären geschah 2011, als ein britischer Student ums Leben kam. 

Wie sind die Reaktionen auf Twitter?

Viele sind wütend. Sie kritisieren, dass die Menschen den Tieren zu nahe kämen und sie dann auch noch töteten. 

Der britische Comedian Rick Gervais zum Beispiel schreibt: "'Lassen Sie uns einem Eisbären in seiner natürlichen Umgebung zu nahe kommen und ihn dann töten, wenn er uns zu nahe kommt'. Idioten."

Einer fragt: "Selbstverteidigung?! Die Eisbären-Heimat ist kein verdammter Touristenort."

Ein etwas zynischer Humor: "Polarbär wurde während des Abendessens getötet."

"In seiner eigenen Umgebung umgebracht, nur, weil er ein Polarbär ist."

"Diese Leute sind abartig bescheuert, ehrlich!"

"Eine Schande."

"Das ist verdammt gestört und die sind bedroht und fast ausgestorben."

Ohne Worte.


Gerechtigkeit

So leben Flüchtlinge in einem von Seehofers künftigen "Ankerzentren"
Die Lager haben schon jetzt Vorbilder in Deutschland.

Basmas Zukunft in Deutschland beginnt mit Tränen. Mehrere Wochen lang war die 48-Jährige auf der Flucht, von Syrien aus kam sie über den Balkan nach Deutschland, ihrem Sohn Haidar hinterher. Er lebt bereits seit drei Jahren hier, hat mittlerweile einen Job, eine Wohnung. 

Jetzt steht der 26-jährige Haidar neben seiner Mutter Basma – und muss sich wieder von ihr trennen. 

Sie sitzt zusammengesunken auf einem kleinen Hocker neben dem Eingangstor zum Ankunftszentrum Bad Fallingbostel. Mit dem Rücken lehnt sie an einen mit Stacheldraht bestückten Zaun. Basma wischt sich eine Träne von der Wange, Haidar steht hilflos daneben.

"Ich will hier nicht rein", sagt sie. "Bitte verabschieden Sie sich jetzt voneinander", sagt ein Mitarbeiter des Ankunftszentrums.