Bild: KCNA via KNS/dpa
Die Rakete kann im Prinzip jeden Punkt der Erde erreichen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat am Dienstag nach zweieinhalb Monaten Pause wieder eine Interkontinentalrakete getestet. Die Lage scheint bedrohlicher denn je. Denn die Rakete des Typs Hwasong-1 soll nach eigenen Angaben die bislang reichweitenstärkste sein. (Manager Magazin/ Welt Online)

Der amerikanische Verteidigungsminister James Mattis sagte, sie könne "jetzt im Prinzip jeden Punkt der Erde erreichen". Und damit auch Europa

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Vorfall:

1. Wie bedrohlich ist die Situation wirklich?

Südkoreas Präsident Moon Jae In hat sehr gut zusammengefasst, was jetzt wichtig ist: "Wir müssen verhindern, dass Nordkorea die Lage falsch einschätzt und uns mit Atomwaffen bedroht, oder dass die USA einen Präventivschlag erwägen könnten."

Es geht einerseits darum, Nordkorea weiterhin mit nicht militärischen Mitteln unter Druck zu setzen. Das heißt mit Sanktionen und Boykotts. Andererseits geht auch von US-Präsident Donald Trump eine Gefahr aus, der Nordkorea im September schon mit einer "totalen Vernichtung" drohte. (bento)

Auf den Test am Dienstag reagierte er aber vergleichsweise ruhig: Er sprach von einer "Situation, mit der wir umgehen werden". Der Raketenstart ändere nichts an der Nordkorea-Politik der USA. Später schrieb bei Twitter, der Test habe einmal mehr gezeigt, wie wichtig es sei, dass die Finanzierung von Regierung und Militär sichergestellt sei.

Im September haben wir mit dem Korea-Experten und Politikwissenschaftler Aurel Croissant aus Heidelberg gesprochen. Ein Krieg ist für ihn eher unwahrscheinlich (bento).

  • Er glaubt, der Streit werde weiterhin politisch – also durch Drohungen, Sanktionen und Verhandlungen, ausgeführt. Selbst wenn die USA Nordkorea angreifen wollen, wäre diese Strategie sinnvoll, weil sie dadurch mehr Zeit erhielten.
  • Und auf nordkoreanischer Seite zweifelt er an technischen Möglichkeiten:
"Nordkorea hat sehr wahrscheinlich keine einsatzbereiten, erfolgreich getesteten Interkontinentalraketen, die mit Atomsprengköpfen bestückt sind."
2. Wie reagierte Deutschland auf die Tests?

Die Regierung setzt vor allem auf die internationale Gemeinschaft. Kanzlerin Angela Merkel verurteilte "Nordkoreas neueste Provokation" deutlich. "Es ist wichtiger denn je, gegen die Bedrohung der internationalen Sicherheit durch Pjöngjang zusammenzustehen", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

Und nahm den UN-Sicherheitsrat in die Verantwortung:

Der wiederum setzte sofort eine Dringlichkeitssitzung an. Das Treffen sei auf Bitten der USA, Japans und Südkoreas einberufen worden, hieß es von den Vereinten Nationen in New York.

Außenminister Gabriel bestellte zudem den nordkoreanischen Botschafter ein.

3. Was wird getan, um den Konflikt zu lösen?
  • Seit 2006 wurden acht Sanktions-Resolutionen verkündet. Damals hatte das Regime seinen ersten Nukleartest verkündet. Zunächst gab es ein Waffenembargo.
  • Dann wurde Uno-Mitgliedern erlaubt, Frachten nach Nordkorea zu kontrollieren und alle Materialien zu zerstören, die dem Bau einer Atomwaffe dienen. 
  • 2016 schließlich der schärfste Einschnitt: Den Uno-Staaten wurde jegliche technische Zusammenarbeit untersagt – außer im medizinischen Bereich. 
  • Mittlerweile soll auch der Export von Kohle, Stahl, Eisen, Blei, Fisch und Meeresfrüchten gestoppt werden. 

(Ein ausführliche Erklärung zu der Geschichte des Konflikts findest du bei SPIEGEL ONLINE)


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