Bild: dpa/KCNA
Dumm gelaufen.

Nordkorea soll sein großes Atomtestgelände Punggye-ri gesprengt haben. Die Zerstörung hatte das nordkoreanische Regime schon oft angekündigt – nun wurde das kurz vor einem möglichen historischen Treffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump wohl tatsächlich umgesetzt. Punggye-ri ist das Gelände, in dem Nordkorea seine bislang sechs Atomtests durchgeführt hatte.

Demnach hat Nordkorea die Anlage im Beisein von ausländischen Journalisten gesprengt. Unter anderem Sky News und der US-Sender CBS berichtete am Donnerstag davon. Laut CBS sei ein Korrespondent vor Ort Zeuge mehrerer großer Explosionen gewesen. Auch südkoreanische Reporter berichteten über die Sprengungen.

Was bedeutet das?

Mitte Juni sollen sich der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un und Donald Trump in Singapur zu einem Gespräch treffen. Zwischen beiden Ländern gab es seit Jahrzehnten kaum Annäherung, stattdessen drohte Nordkorea immer wieder mit einem Atomschlag gegen den Nachbarn Südkorea. Das Treffen gilt daher als bedeutender historischer Schritt. 

Trump hatte jedoch gedroht, das Treffen platzen zu lassen, sollte es nicht unter seinen Bedingungen stattfinden. Die Aktion in Nordkorea könnte nun guter Wille von Diktator Kim Jong-un sein: Seht her, wir meinen es ernst mit dem Atom-Aus.

Wie geht es weiter?

Die Sprengung ist erst mal nur ein symbolischer Schritt hin zur Abrüstung. Ob Nordkorea wirklich sein Nuklearprogramm beendet, müssen unabhängige Experten klären. 

Es wäre ein großer Wandel: Nordkorea und Südkorea sind nach einem Bürgerkrieg seit 65 Jahren gespalten und im offenen Konflikt miteinander. Tausende Familien wurden durch den Krieg getrennt – nun nähern sich die Länder wieder an. 

Trump zeigte sich von dem Schritt auf jeden Fall nicht beeindruckt: 

Nur eine Stunde nach Bekanntwerden der News sagte er überraschend das Treffen mit Kim ab. Dieser habe zu "feindselig" agiert, begründet er die Absage in einem Brief. 

Mit Material von dpa


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