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Warum so viele Menschen die AfD unmöglich finden? Warum die AfD keine normale Partei wie jede andere ist? Es sind rassistische Äußerungen wie die von dem AfD-Politiker und Abgeordneten Jens Maier. Der hatte Noah Becker, den Sohn von Tennislegende Boris Becker, auf Twitter beleidigt:

"Dem kleinen Halbn***r scheint zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären."

Die Nachricht wurde abends gepostet und verschwand am nächsten Morgen wieder. Jens Maier behauptet, ein Mitarbeiter habe sie verfasst.

Warum greift die AfD Noah Becker an?

Der 23-jährige Noah Becker lebt als Künstler und Musiker in Berlin. Er hatte der Zeitschrift "Emotion" ein Interview gegeben, in dem es unter anderem um Rassismus geht: 

"Auch ich bin wegen meiner braunen Hautfarbe attackiert worden. Im Vergleich zu London oder Paris ist Berlin eine weiße Stadt. Grüßt mich heute ein anderer schwarzer Mann, verhalte ich mich nach diesen diversen negativen Erlebnissen viel solidarischer mit meinen Brüdern." (Emotion)
Wie reagiert die AfD?

In der AfD gibt es einige Politiker, die Jens Maier kritisieren. Frank-Christian Hansel gehört dazu, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD in Berlin. Er war zunächst aber der einzige. Die Kritiker gehören zum gemäßigten Flügel der AfD, der sich immer weniger gegen völkische Hardliner wie Björn Höcke wehren kann.

Parteichef Alexander Gauland hingegen druckste nur herum: "Das ist nicht mein Stil."

Wie reagiert Noah Becker?

Besonnen und entschlossen:

"Der ist nunmal so. Er weiß es halt nicht besser. Vielleicht ist ihm langweilig. Vielleicht bin ich auch naiv. Wie würdest du denn reagieren auf so etwas?" (Vice)
"Den Menschen mit Hass müssen wir einfach Liebe geben und noch mehr Liebe – bis ihr Gehirn voll damit ist." (Vice)

Sein Anwalt, Christian-Oliver Moser, hat in seinem Auftrag am Mittwoch Strafanzeige erstattet sowie einen Strafantrag gestellt. Außerdem habe er eine Unterlassungserklärung gefordert. Maier solle auch künftig von solchen Aussagen absehen. Die für Freitag gesetzte Frist habe Jens Maier ohne jede Reaktion verstreichen lassen.

Was sagt Boris Becker?

Der Vater hat in der "Welt am Sonntag" einen Gastbeitrag veröffentlicht. Darin schreibt er, dass Noah von der Beleidigung durch den Bundestagsabgeordneten mitgenommen sei – und lobt dessen besonnene Reaktion im Interview mit "Vice". Boris Becker glaubt nicht, dass es ein Mitarbeiter war, der den Tweet verfasst habe. Das sei die Masche der AfD, irgendetwas in die Welt setzen und sich dann davon distanzieren.

Boris Becker fordert, Rassismus nicht länger hinzunehmen und konsequent zu bestrafen: "Es ist Zeit, aufzustehen, den Finger zu heben und auf die Straße zu gehen. Hier und auf der ganzen Welt."

(Bild: dpa)
Wer ist Jens Maier?

Jens Maier hat fast 20 Jahre lang als Richter am Landgericht in Dresden gearbeitet, vorher war er in der Staatsanwaltschaft. Derzeit ruht seine Tätigkeit, weil der 55-Jährige mit der AfD in den Bundestag eingezogen ist. 

Zuvor hatte das Landgericht Dresden bereits Anfang 2017 einen Verweis gegen Maier ausgesprochen, weil er in Dresden von einem "Schuldkult" gesprochen, vor der "Herstellung von Mischvölkern" gewarnt und die rechtsextreme NPD als "einzige Partei" bezeichnet hatte, die "immer entschlossen zu Deutschland gestanden hat".

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Donald Trump hält sich für ein "mental gefestigtes Genie"

Donald Trump ist nicht glücklich über ein Buch, in dem seine ersten Monate im Weißen Haus schonungslos und reißerisch beschrieben werden. "Fire and Fury" heißt es, Trump wird darin als Kleinkind beschrieben. Alles müsse sich jederzeit um ihn drehen, er sei schnell beleidigt, reagiere fahrig und unberechenbar.

Das Buch stützt Beobachtungen, die schon länger die Runde machen: Der 71-jährige Donald Trump sei mit dem Job im Weißen Haus heillos überfordert. Er lese kaum, könne komplexen Gedanken nicht folgen, sehe viel Fernsehen und lasse sich davon provozieren.

Am Samstag reagierte ein persönlich beleidigter Donald Trump fahrig auf Twitter: