Bild: Jens Wolf/dpa
Drei Fragen zu dem kuriosen Fall

Was ist passiert?

Am Montagabend rief eine Frau im niederbayerischen Neustadt an der Donau die Polizei, nachdem ihr 42-jähriger Mann mit einer Stichverletzung im Bauch auf der Terrasse der gemeinsamen Wohnung aufgetaucht war. Gegenüber seiner Frau habe der Mann gesagt, dass er durch einen Park gegangen sei und dort von drei unbekannten und seiner Aussage nach "dunkelhäutigen" Männern mit einem Messer attackiert worden sei. 

Die Beamten leiteten daraufhin eine umfangreiche Fahndung ein, es kamen ein Hubschrauber und ein Spürhund zum Einsatz, berichtet die Polizei. Der Mann kam ins Krankenhaus. Wegen seiner schweren Verletzungen habe man den Mann am Abend nicht mehr vernehmen können.

Während ihrer Ermittlungen kamen den Polizisten aber Zweifel an der Geschichte des Mannes. Aufgrund der Spurenlage am Tatort müsse daher in Betracht gezogen werden, dass die Tat so nicht stattgefunden haben könne, wie von dem Mann berichtet, heißt es in der ersten Meldung der Polizei.

Was geschah wirklich?

Gegenüber der Polizei gab der Mann am nächsten Tag schließlich zu, dass er gar nicht attackiert worden war. Nach seinen Angaben habe er sich die Stichverletzungen selbst zugefügt, berichtet die Polizei. Das Motiv waren wohl familiäre Probleme.

Was kommt auf den Mann jetzt zu?

Möglicherweise gibt es für den 42-Jährigen kein juristisches Nachspiel – trotz der durch ihn verursachten Fahndung. Denn für das Vortäuschen einer Straftat hätte er die Angaben gegenüber der Polizei selbst tätigen müssen. Seine Frau hatte aber die Beamten gerufen, er selbst konnte am Abend nicht mehr vernommen werden. (Merkur)

Die zuständige Staatsanwaltschaft in Regensburg lässt derzeit aber noch offen, ob es zu einer Strafverfolgung kommen wird. Möglich ist auch, dass der Mann für die Kosten des Polizeieinsatzes aufkommen muss.


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