Die Tafel in Essen – eine von rund 2000 Ausgabestellen für kostenlose Lebensmittel in Deutschland(Bild: dpa / Roland Weihrauch)

Warum sind eigentlich 1,5 Millionen Menschen in Deutschland auf Lebensmittel-Spenden angewiesen?

Rund 6000 Menschen in Essen gehen zur Tafel, einem Verein, der Lebensmittel verschenkt. Diese Vereine gibt es überall in Deutschland. Die Tafel Essen geriet diese Woche wegen einer fragwürdigen Entscheidung in die Schlagzeilen: Aufnahmestopp für Ausländer.

75 Prozent der Tafel-Nutzer in Essen seien Ausländer. Ältere Bedürftige und Alleinstehende Frauen hätten deswegen Angst, behauptet der Tafel-Chef Jörg Sartor. Das Problem: Sobald Flüchtlinge in Deutschland bleiben dürfen und nicht mehr in Erstaufnahmen versorgt werden, reicht das Geld kaum fürs Essen.

Mit den Tafeln ist es schwierig: Eigentlich ist es gut, wenn ein Verein abgelaufene Lebensmittel an Bedürftige verteilt, die noch gut essbar sind und dann nicht weggeworfen werden. Aber warum sind Menschen überhaupt auf solche Spenden angewiesen? Der Staat soll sich doch kümmern: Deutschland ist reich, es gibt eine gesetzlich vorgeschriebene Grundsicherung, Hartz 4. Niemand soll hungern.

Die Tafeln springen also ein, weil diese Grundsicherung nicht funktioniert. Die Tafeln lindern die Armut von 1,5 Millionen Menschen etwas, aber das Problem bleibt: Der Staat spart zu sehr bei den Armen. Ohne die Tafeln würde das noch mehr auffallen. Die Satiresendung "extra3" hat dazu den passenden Kommentar:

Cem Özdemir: "Wie kann jemand der Deutschland, unsere gemeinsame Heimat, so verachtet, bestimmen, wer Deutscher ist und wer nicht?"(Bild: dpa / Bernd von Jutrczenka)

Die AfD macht jetzt im Bundestag genau das, was alle erwartet haben: Sie provoziert mit unsinnigen Anträgen und hetzt mit populistischen Sprüchen.

Immerhin: Die Abgeordneten der anderen Parteien positionieren sich sehr deutlich und erteilen den Rechtsradikalen eine Absage nach der nächsten.

  • Burkaverbot: Die AfD hatte einen Antrag gestellt, Vollverschleierung in Deutschland zu verbieten. Der 25-jährige CDU-Abgeordnete Philipp Amthor nahm den Antrag auseinander: "Ein Viertel ihrer Fraktion sind Juristen. Diese Expertise findet sich im Antrag in keiner Weise nicht wieder."
  • Missbilligung von Deniz Yücel: Die AfD wollte den Journalisten zurechtweisen lassen und bekam mit Verweis auf das Grundgesetz sehr deutlich gesagt, dass es weder die Aufgabe des Parlaments noch der Regierung ist, die Texte von Journalisten zu bewerten. Im Gegensatz zu Ländern wie der Türkei oder Russland ist die Presse in Deutschland frei. Cem Özdemir warf der AfD in einer Wutrede vor, rassistisch zu sein.
  • Erinnerungskultur: Die Grünen wollten angesichts rechtsextremer Angriffe über das Gedenken sprechen. Die AfD würde am liebsten Schluss damit machen, kritisiert die Stolpersteine, die an NS-Opfer erinnern. Erneut bezeichnete ein AfD-Politiker das Holocaust-Mahnmal in Berlin als "Mahnmal der Schande". Grünen-Politiker Konstantin von Notz war der AfD "Nazivokabular" und "NPD-Parolen" vor. (Deutschlandfunk)

Die "Bild" ist auf gefälschte E-Mails hereingefallen. Der Skandal um russische Kontakt von Kevin Kühnert? Ein Fake der "Titanic".

Der Chef der Bildzeitung läuft gerade überall herum (er twittert und gibt Interviews) und behauptet, nicht auf gefälschte E-Mails hereingefallen zu sein. Nun ja.

Die "Bild" hatte auf der Titelseite groß von einer "Schmutzkampagne bei der SPD" berichtet, über "brisante E-Mails". Nur: Die E-Mails hatte die Satirezeitschrift "Titanic" gefälscht. Die "Bild" ist auf einen Fake hereingefallen.

Was für ein Alptraum für jeden Journalisten. Wünscht man niemandem. Aber anstatt zu sagen: "Sorry, doof gelaufen" heißt es von der "Bild" trotzig: Wir sind nicht hereingefallen. Vielleicht glauben sie es ja wenigstens selbst.

Außerdem: Mit Jodel im Kofferraum eines Reisebusses, ein wundervoller Kuss bei Olympia, Selfies aus den Trümmern Syriens, Instagram hat etwas gegen Schuppenflechte und wer jetzt wirklich bis März über die GroKo abstimmt.


Fühlen

Meine Freundin nimmt immer mehr zu. Wie kann ich mit ihr darüber reden?
Mike, 22, fragt: