Die Debatte um "diese jungen Leute" geht weiter – und wir haben eine Idee für die künftige Bundesregierung. 

Die Debatte um den Umgang deutscher Politiker mit dem Nachwuchs unter 30 Jahren hat die "New York Times" erreicht. Dort heißt es: "How Millennials Are Changing German Politics". Der Aufstand der Jungen  richte sich gegen die alte, mutlose und langweilige Polit-Elite. Bei allem Tatendrang dürften die Jungen nur nicht in die Populismus-Falle tappen. (New York Times)

Das klingt fast schon hoffnungsvoll – in Deutschland hingegen führen wir erst einmal den Begriff Jugenddiskriminierung ein, um das Problem auszuleuchten. (Die Zeit)

Die liberale Nachwuchshoffnung Ria Schröder hat sich hinter Kevin Kühnert und die aufrührerischen Jusos gestellt. Junge Liberale und Jusos trenne einiges, in der GroKo-Ablehnung sei man sich einig, so die 25-Jährige. Und überhaupt: "Eine Bundeskanzlerin, für die nur die großen Wählergruppen jenseits der 60 relevant sind und die sich nicht um die Jugend kümmert, setzt die Zukunft des Landes zu Gunsten kurzfristiger Wahlerfolge aufs Spiel." (FAZ)

Wir bei bento haben uns unterdessen überlegt: In einer Bundesregierung wird darauf geachtet, dass Kandidaten aus Bayern und dem Osten Minister werden, dass immerhin ein paar Frauen vertreten sind – warum nicht auch sicherstellen, dass junge Politiker Minister werden? Verrückt!

Außerdem haben wir mit Daniel Zimmermann gesprochen, der mit 27 Jahren zum jüngsten Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen gewählt wurde. Was er damals erlebt hat, was er sich anhören musste und wie er trotzdem mit 94,64 Prozent der Stimmen wiedergewählt wurde:

Bloß nicht zu viel Familie: Merkel bei den Koalitionsverhandlungen
Familie zählt den Konservativen nichts mehr: Union setzt Obergrenze durch, ab Juli dürfen pro Monat höchstens 1000 Angehörige nach Deutschland kommen. 

Die Große Koalition ist noch nicht beschlossen, da haben Union und SPD schon das erste gemeinsame Gesetz durch den Bundestag gebracht. Es geht um die Familienzusammenführung von Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus. 

Die durften bisher ihre Angehörigen nach Deutschland holen. Bis Juli ist damit vorerst Schluss, danach dürfen nur 1000 pro Monat kommen – eine völlig willkürliche Obergrenze. Daneben soll es noch Regelungen für Härtefälle geben, die müssen aber erst noch gefunden werden.

CDU und CSU, also die beiden Parteien, die sich in ihrem Namen ausdrücklich auf das barmherzige Christentum berufen, wollen den Familiennachzug am liebsten komplett aussetzen. Grüne und Linke, die künftige Opposition, ist sauer:

Dieter Wedel 2009 bei einem Pressefototermin in Hamburg(Bild: imago)
Dieter Wedel: Jetzt, wo es nichts mehr zu verlieren gibt, erzählen Männer, dass sie ja schon lange Bescheid wussten.

Nachdem mutige Frauen berichtet haben, wie sie von Dieter Wedel bedrängt, vergewaltigt und gequält wurden,  sprechen nun auch einige Männer. Die wurden zwar nicht bedrängt, vergewaltigt und gequält, wussten aber die ganze Zeit, dass Wedel ein Problem mit Frauen hat.

Wedel war ein schlimmer "Menschenquäler", erinnert sich plötzlich Till Schweiger. Habe jeder gewusst. Auch Simon Verhoeven erzählt jetzt: "Jeder, der in der Filmbranche eine Zeitlang gearbeitet hat, wusste von den ätzenden Geschichten über Wedel."

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Weiß, wie man aus einem Glas Wasser trink: Donald Trump(Bild: dpa / Win Mcnamee)
Donald Trump
  • hat in seiner ersten "State of the Union", der Ansprache an die Nation, Frauen nicht ein einziges Mal erwähnt.
  • hat danach behauptet, seine Rede habe eine Rekord-Einschaltquote erzielt. Das Gegenteil ist der Fall. (Guardian)
  • ist für den Friedensnobelpreis nominiert. Warum nur?
  • ist nun doch bereit, das Pariser Klimaabkommen zu unterzeichnen.
  • hat ein geheimes Memo freigegeben. Das "Nunes-Memo" soll zeigen, dass die Ermittlungen gegen ihn und sein Wahlkampf-Team wegen Kontakten zu Russland völlig überzogen sind. Allerdings ist wohl das Gegenteil der Fall. (Vox)
Außerdem: CDU-Stiftung sagt Gender-Theorie den Kampf an, Grünen-Politiker rastet wegen AfD-Rede aus, Restaurants sollen bald kostenloses Leitungswasser ausschenken, deutschen Städten entgehen hohe Einnahmen durch das Cannabis-Verbot und eine Fitness-App verrät geheime Militärbasen und Laufrouten von Soldaten.

Gerechtigkeit

"Schämen Sie sich" - Grünen-Politiker rastet wegen AfD-Rede aus

Im Bundestag haben sich am Freitag Grünen-Politiker Anton Hofreiter und der AfD-Abgeordnete Gottfried Curio heftig gestritten.