(Bild: dpa / Can Erok)

Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel ist nach mehr als einem Jahr in der Türkei aus der Untersuchungshaft freigekommen.

Deniz ist frei. Mehr als ein Jahr lang hatte der Journalist ohne Anklage in türkischer Untersuchungshaft gesessen. Deniz Yücel war lange bei der "taz" und jetzt für die "Welt". Vor 367 war er in der Türkei verhaftet worden.

Erst jetzt gibt es eine Anklage: Der Journalist soll durch seine Arbeit angeblich Terroristen unterstützt haben. Die Staatsanwaltschaft Istanbul fordert 18 Jahre Haft – ein Versuch, die freie Presse mundtot zu machen.

Vor dem Gefängnis begrüßte ihn seine Frau Dilek Mayatürk mit einem Strauß Petersilie. Am selben Tag ging es mit einem Flugzeug von Istanbul zurück nach Deutschland.

Unterstützer hatten die ganze Zeit über für Deniz' Freilassung protestiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Donnerstag den türkischen Ministerpräsidenten Binali Yıldırım in Berlin getroffen und auf eine Lösung gedrängt. Die Regierung betonte, es gebe keine Gegenleistung für die Freilassung.

Außenminister Sigmar Gabriel hatte der Türkei aber in Aussicht gestellt, eine Aufrüstung von Panzern zu genehmigen. Die Türkei hatte in Deutschland Panzer gekauft und will diese nun modernisieren lassen.

(Bild: dpa / Oliver Berg)

Die SPD liegt in Umfragen bei 16 Prozent. Die Parteispitze startet jetzt ihre Werbung für eine Große Koalition.

In der aktuellen Sonntagsumfrage der ARD liegt die SPD nur noch bei 16 Prozent. Das ist nochmal schlechter als das schlechte Ergebnis bei der Bundestagswahl. Damals kam die Partei auf 20,5 Prozent der Stimmen.

Der Streit, ob die SPD wieder eine Große Koalition eingehen will, bekommt der Partei offenbar nicht gut. Die schlechten Umfragen könnten Einfluss darauf haben, ob die Parteibasis sich für oder gegen eine Große Koalition entscheidet. Denn tut sie es nicht, könnte es Neuwahlen geben.

Was hilft jetzt mehr: Vier Jahre mit Angela Merkel regieren oder die Zeit nutzen, um die Partei neu aufzustellen? Die Jusos mit Kevin Kühnert an der Spitze werben für ein "No" zur "GroKo". Die Parteispitze startet jetzt Regionalkonferenzen, in denen sie die Basis auf ein "Yo" zur "GroKo" einschwören will.

(Bild: dpa / Kay Nietfeld)

Ein Gericht entscheidet am Donnerstag über ein Fahrverbot von Dieselautos. Die Bundesregierung will lieber öffentlichen Nahverkehr kostenlos machen und Autos nachrüsten.

Immer mehr Dieselautos auf den Straßen sind dafür verantwortlich, dass EU-Grenzwerte für Stickoxide nicht eingehalten werden können. Die Autofahrer sparen ein bisschen Geld beim Sprit, dafür leidet die Gesundheit der Menschen und die Umwelt.

Noch dazu haben einige Autokonzerne betrogen: Ihre Autos haben auf dem Prüfstand weniger Stickoxide ausgestoßen als später tatsächlich auf der Straße. In den USA ist wegen des Dieselskandals bereits ein hochrangiger VW-Manager ins Gefängnis gekommen.

Die Bundesregierung überlegt nun, den öffentlichen Nahverkehr kostenlos zu machen. Zunächst testweise in einigen Städten. Experten fürchten aber, dass der Plan nicht aufgeht: Der Nahverkehr müsse erst besser ausgebaut werden.

Eine andere Idee: Die Dieselautos technisch nachrüsten, damit sie weniger Stickoxide ausstoßen. Zahlen sollen das aber nicht allein die Konzerne – auch der Steuerzahler soll einspringen. 

Am Donnerstag entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, ob Fahrverbote zulässig wären.

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Außerdem: Bravo Hits 100 ist draußen, Pferdeunfall auf dem Karneval, Vodafone sperrt Kinox.to, Michelle und Barack Obama enthüllen ihre Porträtbilder, der Meeresspiegel steigt doppelt hoch, plötzlich lieben alle Eiskunstlauf und "Black Panther" ist endlich mal ein interessanter Superheldenfilm.


Musik

Wir haben Menschen getroffen, die immer noch jede neue "Bravo Hits"-CD kaufen
Es gibt jetzt die 100. Ausgabe!

Britney, J-Lo, No Angels. Die Idole meiner Jugend, vereint auf einer CD. Wenn ich die neueste "Bravo Hits" in meinen CD-Player legte, dann wurde mein Zimmer zur Bühne. In schlechtem Englisch sang ich Lieder mit, deren Texte ich nicht verstand

Wer in der Schule angesagt sein wollte, der hatte nicht nur die aktuelle Ausgabe der "Bravo" auf dem Nachttisch, sondern auch die neuesten "Bravo Hits" im Regal. 

Diese Zeiten sind vorbei. Meine "Bravo Hits"-Sammlung wanderte irgendwann in einen Karton und verschwand dann beim nächsten Umzug. Das ist jetzt über zehn Jahre her. Aber die "Bravo Hits" gibt es immer noch. Eben ist die 100. Ausgabe erschienen.