Haben wir was verpasst? Die Schuhe von New Balance waren doch eigentlich gerade noch angesagt. Doch jetzt kursieren Videos im Internet, in denen wütende Menschen ihre Sneakers verbrennen, in die Mülltonne werfen oder in die Toilette stecken. Die Wut hat einen ernsten Hintergrund. Dabei geht es allerdings weder um die Arbeitsbedingungen in Asien, noch um die Qualität der Schuhe.

Warum zerstören Menschen ihre Sneakers?

Alles beginnt - wie gefühlt fast jede Geschichte zurzeit - mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Nach dessen Wahlsieg hatte sich der Schuhhersteller nicht wie andere Unternehmen in höflicher Zurückhaltung geübt – sondern Trump ausdrücklich begrüßt. Dem "Wall Street Journal" sagte der PR-Chef von New Balance:

Bei der Obama-Regierung stießen wir auf taube Ohren und ehrlich gesagt glauben wir, dass die Dinge mit dem künftigen Präsidenten Trump in die richtige Richtung entwickeln.

Dass New Balance so klar auf Trump setzt, empört offensichtlich einige junge Käufer. Und der Vergleich mit Barack Obama macht die Sache vermutlich nicht besser. In den USA ist die Stimmung derzeit ohnehin angespannt, seit Tagen protestieren tausende Studenten gegen die Wahl von Trump. Um die Empörung etwas zu beruhigen, hat New Balance mittlerweile ein Statement veröffentlicht:

Warum New Balance ausgerechnet auf Trump setzt

Dass sich New Balance für Trump begeistert und mit Obama abrechnet, hat allerdings einen guten Grund. Denn als einer von sehr wenigen großen Herstellern produziert das Unternehmen seine Schuhe noch in den USA. Das geplante Freihandelsabkommen TPP mit asiatischen Staaten sieht New Balance deshalb als Gefahr für seine Fabriken. Trump hatte angekündigt, das Abkommen noch aufzuhalten.

Konkurrent Nike hat TPP dagegen ausdrücklich unterstützt – der Weltmarktführer lässt seine Produkte fast ausschließlich in Asien fertigen. Mit dem geplanten Abkommen könnte Nike künftig Zölle und Gebühren sparen. Ausgehandelt hatte TPP übrigens, man ahnt es fast, Noch-Präsident Barack Obama.

Doch die New-Balance-Erzählung von der stolzen Produktion in den USA ist nicht die ganze Wahrheit. In einem der Protest-Videos zeigt ein empörter Nutzer die Innenseite seiner Schuhe, bevor er sie in die Mülltonne wirft. Auf der Schuhzunge steht gut sichtbar: "Made in Vietnam".


Gerechtigkeit

"Am Ende bewegt sich nichts, wenn du keinen Mut hast"