Bild: Marc Röhlig

Es ist das, wovor seine Gegner immer gewarnt haben: Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas will Israel nicht mehr als Staat anerkennen. Zumindest zeitweise. 

Grund dafür ist die angekündigte Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem – und die damit verbundene einseitige Anerkennung als Hauptstadt Israels. (bento) Mit dem neuen Schritt zeigt Abbas nun, wie weit er zu gehen bereit ist. 

Das steckt hinter dem Schritt

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PLO) wurde gegründet, um einen palästinensischen Staat aufzubauen – notfalls auch mit Waffengewalt. Heute gilt sie jedoch auch als wichtiger Partner, der mit den Israelis im Alltag eng zusammenarbeitet. 

Viele andere palästinensische Gruppen wie die radikalislamische Hamas kritisieren das. Mit der Ankündigung, Israel nicht mehr anzuerkennen, setzt Palästinenserpräsident Abbas deshalb jetzt ein Zeichen: Auch ihm reicht es, er meint es ernst. Und die Palästinenser halten an ihren Forderungen fest. (Süddeutsche Zeitung)

Das fordern die Palästinenser

Für Abbas und seine PLO gibt es im Nahostkonflikt zwei Ziele: 

  1. Einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967. 
  2. Und Ostjerusalem als eigene Hauptstadt. 

1967 hatte Israel das Westjordanland und Jerusalem erobert und später annektiert. Seitdem haben sich die Grenzen Stück für Stück zu Ungunsten der Palästinenser geändert. Die Israelis halten an ihrer Politik bis heute fest und sehen sich durch regelmäßige Aufstände und Terroranschläge in ihrer harten Linie bestätigt.

In dem jahrzehntelangen Konflikt hat sich die PLO zunehmend von einer Untergrund-Organisation zum Gesprächspartner der Israelis gewandelt. Wichtigsten Zeichen dafür war bislang, dass sie Israel als Staat anerkennt. Andere Gruppen lehnen das ab. 

In der Bevölkerung ist die PLO wegen ihrer Haltung und ihrer jahrzehntelangen Herrschaft inzwischen zunehmend unbeliebt.  

So geht es weiter

Trotz der starken Worte ist unklar, welche Folgen der Schritt hat. Es könnte beispielsweise gut sein, dass die Palästinenser-Behörden trotz der Ankündigung auch weiter mit den israelischen Sicherheitskräften zusammenarbeiten. 

Falls nicht, könnte der Konflikt jedoch noch weiter eskalieren. Auch die rechte Regierungskoalition in Israel setzt zunehmend auf einseitige Schritte und treibt beispielsweise den Siedlungsbau weiter voran. 

Eine letzte Hoffnung wäre die EU. Sie hilft den Palästinensern jährlich mit viel Geld. Diesen Einfluss könnten die Europäer schon bald nutzen: Am 22. Januar kommt Abbas nach Brüssel.

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1000 Jugendliche angeklagt – weil sie Sexvideo zweier 15-Jähriger verbreitet haben sollen
Den Porno haben sie via Facebook Messenger geteilt.

In Dänemark wurden mehr als 1000 Jugendliche angeklagt, weil sie Pornos verbreitet haben sollen. Ihnen wird vorgeworfen, über den Facebook Messenger Material verbreitet zu haben, auf denen zwei 15-Jährige beim Sex zu sehen sind. 

Laut der dänischen Polizei geht es um zwei Videos und ein pornografisches Foto. Über den Messenger haben sich die Bilder immer weiter verbreitet, am Ende wurden insgesamt 1004 Personen angeklagt, davon 800 Männer. 

Es ist der bislang größte Fall dieser Art in Dänemark.