Das steckt hinter den Guerilla-Aktionen

Es ist wieder ein Werbeplakat aufgetaucht, das sich gegen die AfD positioniert – dieses Mal in der Kölner Südstadt. Auf dem Plakat ist eine Flasche der Marke "Früh Kölsch" zu sehen, zusammen mit dem Slogan: "Alles andere sind braune Flaschen".

Wer genauer hinschaut, sieht: Bei dem Bild handelt es sich um eine Fotomontage. Es hängt nicht wirklich in Köln, und auch von der Biermarke stammt es nicht. Trotzdem wurde das Bild auf Facebook hundertfach geteilt und geliket.

Was steckt hinter den Guerilla-Aktionen gegen die AfD?

Angefangen hat die Guerilla-Aktionen mit einem Plakat, das mit der Coca-Cola-Kampagne spielte (bento). Der Slogan: "Für eine besinnliche Weihnachtszeit – Sag nein zur AfD". Tausende fotografierten und teilten es online.

Anschließend gingen Plakate von Pepsi (pro AfD) und Nutella (anti AfD) viral. Keines dieser Plakate wurde von den Unternehmen selbst aufgestellt. Coca Cola betonte von Beginn an, man sei nicht dafür verantwortlich, stehe aber zu der Message. 

Das Plakat von Pepsi, dass den gleichen Spruch aber mit dem Zusatz "Sag ja zur AfD" trug, wurde fotomontiert. Pepsi distanzierte sich gänzlich von der Vereinnahmung durch die AfD, ebenso wie Vita Cola. Diese Brause hatte der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke versucht für sich zu instrumentalisieren.

Zumindest das Plakat von Coca Cola war Teil des "AfDentskalendars". Das Portal postet jeden Tag ein neues Meme oder eine Aktion gegen die AfD. Wer genau hinter der Aktion steckt, ist unklar.

Ob echt oder nicht, diese Plakate und Fotomontagen zwingen Unternehmen dazu, sich politisch zu positionieren und Farbe zu bekennen.

Einige Firmen würden dies eigentlich nicht tun. Aber es gibt andere, die mit politischer Werbung schon seit Jahren auftreten.

So wie Fritz Kola aus Hamburg. Das Unternehmen steht für Gleichheit, Offenheit Toleranz, und "Wachheit" wie sie es nennen. Die politische Werbung ist eines der Markenzeichen geworden. Doch andere Firmen halten sich mit derartiger Werbung eher zurück.

Fritz Kola-Werbung in Hamburg

(Bild: Christophe Gateau/dpa)

Warum ist die politische Positionierung für Unternehmen ein so großes Problem?

Unternehmen geht es zunächst erst einmal um einen guten Absatz – manche nutzen politische Äußerungen als Marketing, andere halten sich zurück, um eben Käufergruppen mit einer anderen Haltung nicht auszuschließen. Sie wollen vermeiden, Kunden zu verlieren.

Durch die Guerilla-Aktionen – egal, ob echt oder montiert – werden Unternehmen dazu gezwungen, zu zeigen, wo sie politisch stehen. Wenn sie die Plakate nicht selbst aufgestellt haben, müssen sie aber zumindest sagen, wie sie die Plakate finden. 

Mit solchen Aktionen wird deutlich, wie weit die politische Diskussion in die Gesellschaft vorgedrungen ist. Es ist besonders für Unternehmen schwierig geworden, ein neutrale Haltung zu behalten, weil sich die Pole zwischen Rechts und Links deutlich nach außen verschoben haben. 

Hach Früh Kölsch👍.

Posted by Südstadtkneipen on Thursday, December 13, 2018

Was hat es mit der Kölsch-Werbung auf sich?

Für die Montage ist dieses Mal nicht die Gruppe verantworlich, die mit der Plakataktion begonnen hat, sondern die Kölner Portale "Bunt in der Südstadt" und "Südstadtkneipen", berichtet der "Kölner Stadtanzeiger". 

Als Begründung nannte ein Verantwortlicher der Gruppe: "Wir wollten zur Aktion AfDventskalender beitragen und haben uns gedacht: Probieren wir das doch mal aus." 

Auf Anfrage von bento konnte sich die Brauerei Früh nicht zu dem Plakat äußern. 


Streaming

Wenn du nur diese Folgen von "Dogs of Berlin" guckst, ist es weniger scheiße
Der ultimative Lifehack für die neue Netflix-Serie.

Die neue Netflix-Serie "Dogs of Berlin" fühlt sich an, wie ein zäher 10-Kilometer-Lauf nach einer Partynacht. Nach Kilometer 2 willst du am liebsten aufgeben, du weißt: Das wird heute eh nichts mehr. Aber wenn du es doch bis zum Ende durchgehalten hast, die Laufschuhe ausziehst, fühlt es sich plötzlich ganz gut an.

Außer der Tageszeitung "taz" waren sich alle Serien-Kritiker des Landes bei "Dogs of Berlin" einig: Es handelt sich um eine richtig schlechte Serie. Viel zu viele Erzählstränge, mit Klischees behafteteten Nazis und Araber-Clans, Rocker, gepaart mit Fußballspielen so schlecht animiert wie Fifa 96. 

Aber Achtung, Durchhalten lohnt sich – Folge 1 bis 7 musst du überstehen (oder dir einfach unsere Zusammenfassung weiter unten durchlesen). Ab Folge 8 geht es dann aber richtig los.

Nebensächliche Erzählungen sind abgehakt, es gibt doch noch ungeahnte Wendungen und Verfolgungsjagden besser als im Tatort. Das macht "Dogs of Berlin" noch lange nicht zu einem "Breaking Bad" – aber immerhin vergeudest du mit Folge 8, 9 und 10 weniger wertvolle Zeit, als wenn du auch noch 1 bis 7 guckst.