Vor 19 Jahren erst ist sie gestorben, am Sonntag schon spricht Papst Franziskus sie heilig: Mutter Teresa. Eine Frau, die Nonne war, zu Lebzeiten mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde – und die Wunder vollbracht haben soll.

Hunderttausende Gläubige aus der ganzen Welt reisen nach Rom, um sich die Heiligsprechung anzusehen. Wie geht das eigentlich – heilig werden?

Wer war Mutter Teresa?

Als sie 1910 im heutigen Mazedonien auf die Welt kam, hieß Mutter Teresa noch Anjezë Gonxha Bojaxhiu. Sie wuchs in einer katholischen Familie auf und wurde später Ordensschwester und Missionarin.

Sie arbeitete 50 Jahre im indischen Kalkutta, um dort Obdachlosen und Kranken zu helfen und gründete einen Orden, die "Missionarinnen der Nächstenliebe", in dem Menschen Zuflucht fanden, die Hilfe brauchten. Für ihre Verdienste erhielt sie 1979 den Friedensnobelpreis.

In der Fotostrecke: Mutter Teresa – und wie sie auf Instagram weiterlebt
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Doch ihr Wirken war auch umstritten. Fragen gab es in der Vergangenheit etwa zu den Finanzen ihres Ordens sowie zu den Bedingungen in den Ordenshospizen, in denen die Einführung moderner Hygienestandards abgelehnt wurde (SPIEGEL ONLINE).

Trotzdem wird Mutter Teresa jetzt die höchste kirchliche Ehre zuteil. Sie wird heilig gesprochen – genauso wie Franz von Assisi, Katharina von Siena oder Hildegard von Bingen.

Wie wird man heilig?

Heilige gibt es in vielen Religionen und Konfessionen. Die Katholiken gehen davon aus, dass ihre Heiligen eine ganz besondere Beziehung zu Gott haben. Sie glauben zum Beispiel, dass Menschen zu Heiligen beten können, damit diese ein gutes Wort bei Gott einlegen.

Als Chef der katholischen Kirche spricht der Papst nur katholische Menschen heilig. Wichtig ist:

  • Die Person, die heilig gesprochen wird, muss bereits tot sein. So wie Mutter Teresa, die 1997 gestorben ist.
  • Die Person muss bereits selig gesprochen worden sein. Mutter Teresa wurde das zwei Jahre nach ihrem Tod.
  • Der zukünftige Heilige muss für seinen Glauben gestorben sein, also ein Märtyrer sein,
  • oder ihm wird mindestens ein Wunder zugeschrieben, das die Wissenschaft nicht erklären kann.
Was hat Mutter Teresa getan, um Heilige werden zu können?

Sie soll für die medizinisch unerklärliche Heilung eines Mannes verantwortlich sein, der acht Tumore im Gehirn hatte. Angehörige sollen Mutter Teresa laut der katholischen Zeitung "Avvenire" zuvor im Gebet um Hilfe gebeten haben.

Wie viel Zeit vergeht, bis jemand dann auch wirklich heilig gesprochen wird?

Zunächst gründet der Bischof, in dessen Region der Heilige gestorben ist, eine Arbeitsgruppe, um der Frage nachzugehen, was so besonders an dem Verstorben war.

In der Arbeitsgruppe wälzen Kirchenmitarbeiter Lebensläufe und Akten. Zeugen, die den Toten kannten, werden befragt: Wie hat er gelebt? Was war vorbildlich an seiner Lebensweise?

War der Tote kein Märtyrer, muss die Arbeitsgruppe das Wunder darlegen, das geschehen sein soll. Also – wie im Fall von Mutter Tereas – etwa eine Heilung, die kein medizinisches Gutachten erklären kann.

Die gesammelten Fakten schickt der Bischof nach Rom. Im Vatikan entscheidet eine Kongregation aus Bischöfen und Kardinälen dann schließlich über die Heiligsprechung.

Umsonst ist das alles nicht: Der Antragsteller bezahlt rund 50.000 Euro für das Heiligsprechungsverfahren.

Muss man zwingend für die Kirche arbeiten, um heilig gesprochen zu werden?

Die meisten der Heiligen in der katholischen Kirche waren Priester oder Mönche, Päpste, Nonnen oder Bischöfe. Aber ein Job in der Kirche ist keine zwingende Voraussetzung: So gibt es unter den Heiligen auch einige Mütter und Väter, wie beispielsweise Jesus' Großmutter Anna, sein Vater Josef oder der zehnfache Familienvater Nikolaus von Flüe.

Gab es auch schon Menschen, die jung gestorben sind und dann zu Heiligen wurden?

Mutter Teresa wurde 87 Jahre alt – und auch die meisten anderen Heiligen erreichten ein hohes Alter.

Als bekannteste junge Heilige gilt die französische Nationalheldin Johanna von Orleans, besser bekannt als Jeanne d’Arc. Ihr Kampf in der Ritterrüstung gegen die Engländer 1429 machte sie berühmt. Doch viele gönnten der jungen Frau den Erfolg nicht. Mit 19 wurde sie auf einem Scheiterhaufen verbrannt.

Für die Kirche aber blieb sie jedoch keine Ketzerin, ihre Unschuld wurde nachgewiesen – und 1920 sprach Papst Benedikt XV sie heilig.

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