Bild: dpa
Dutzende Verletzte. Drei Menschen starben.

In Münster ist am Samstagnachmittag ein Campingbus in eine Menschengruppe in der Altstadt gefahren. Nach Polizeiangaben wurden dabei etwa 20 Menschen verletzt, einige von ihnen schweben offenbar in Lebensgefahr. Zuvor hatten Behörden von 30 Verletzten gesprochen. 

Laut Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) starben insgesamt drei Menschen, darunter auch der mutmaßliche Täter. Er hat sich nach Polizeiangaben im Fahrzeug erschossen. Zunächst war von vier Toten die Rede gewesen.

Wer sind die Opfer?

Eine 51 Jahre alte Frau aus dem Kreis Lüneburg und ein 65 Jahre alter Mann aus dem Kreis Borken – das teilten die Polizei Münster und die Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Wer ist der Täter?

Nach SPIEGEL-Informationen soll es sich um den 48-jährigen Jens R. gehandelt haben, ein selbstständiger Industriedesigner, der nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt lebte. Er soll psychische Probleme gehabt und bereits einen Suizidversuch unternommen haben. (SPIEGEL ONLINE)

Darüber hinaus liegen über den mutmaßlichen Täter und vor allem die Gründe der Tat bislang nur wenige gesicherte Informationen vor. 

Was wir noch wissen:

  • Das Gebiet um den "Kiepenkerl" in der Altstadt war auch am späten Samstagabend noch abgeriegelt. Die Polizei bittet, den Bereich zu meiden
  • Laut den "Westfälischen Nachrichten" untersuchten Sprengstoffexperten noch immer das Auto des mutmaßlichen Täters. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben einen verdächtigen Gegenstand gefunden.
  • Der Kiepenkerl ist ein Denkmal, nach ihm sind auch zwei Gaststätten benannt. Die sind bei Touristen und Einheimischen beliebt.
  • Die Polizei geht davon aus, dass die Gefahr gebannt ist. Sie hat nach übereinstimmenden Berichten inzwischen bestätigt, dass sie nicht nach weiteren Tätern sucht.
(Bild: Alexander Koerner/Getty Images)

Die Polizei fordert:

Wie reagiert die Politik?

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe sagt: "Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Getöteten. Den Verletzten wünschen wir schnelle und baldige Genesung. Wir wissen zu diesem Zeitpunkt nicht, welche Hintergründe dieses Ereignis hatte, aber ich danke schon jetzt den vielen Einsatzkräften, die unermüdlich hier in Münster im Einsatz sind." Ganz Münster trauere über das schreckliche Ereignis.

Das Bundesinnenministerium äußerte sich auf Twitter ähnlich:

Viele Menschen wollen helfen:

Die Uniklinik Münster hatte angekündigt, am Abend kurzfristig Blutspenden zu ermöglichen. Nachdem sich das Angebot innerhalb kürzester Zeit herumgesprochen hatte, zog die Klinik den Aufruf wieder zurück:

Für Angehörige hat die Klinik eine Hotline eingerichtet: 0251 - 83 55555.

Menschen warten vor der Uniklinik darauf, den Verletzten Blut zu spenden(Bild: Maren Baars/dpa)

Dieser Text wurde mehrfach aktualisiert. Mit Material von dpa.


Musik

Kraftklub und die Donots tauschen mitten in einem Konzert die Bühnen

"Ich glaube, wir haben wieder was kaputt gemacht", nuschelt einer der Donots mit gesenkten Blick ins Mikro, während im Hintergrund der Bass langsam aufhört zu summen. Viele der Fans im Kölner E-Werk gucken irritiert. Technische Probleme? Plötzlich ist die Band einfach weg.

Auch nebenan läuft es scheinbar nicht so, wie es soll. "Okay, es wird gleich weitergehen", beschwichtigt Kraftklub-Sänger Felix Brummer das Publikum. Die Chemnitzer spielen an diesem Abend im Palladium, gleich neben der Kölner Konzertlocation der Donots. Eigentlich. Denn plötzlich verschwindet auch hier die Band.