Bild: Patrick Seeger dpa/lsw

In München ist eine Familie auf dem Weg zum Krankenhaus geblitzt worden – doch am Ende musste niemand zahlen. Denn es gab einen guten Grund fürs Rasen: Die Frau im Auto war lag in den Wehen. 

Um 2.14 Uhr wurde das Auto der Familie mit 14 Stundenkilometern zu viel geblitzt – und 13 Minuten später kam die Tochter zur Welt, berichtet die Frau auf Twitter.

Laut Gesetz liegt die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten im Ermessen der jeweiligen Behörde – bei der Familie hat die Polizei ein Auge zugedrückt. Und im Schreiben gleichzeitig noch zur Geburt der Tochter gratuliert. 

Ein Sprecher des zuständigen Polizeiverwaltungsamtes sagte dem Bayerischen Rundfunk, dass es sich dabei um eine "absolute Einzelfallentscheidung" gehandelt habe. In einer solchen Situation sollte man eigentlich immer den Rettungswagen alarmieren.

Doch es gab keine Zeit mehr, einen Rettungswagen zu rufen, schrieb die frischgebackene Mutter auf Twitter. Und auch mit normaler Geschwindigkeit hätte es wohl nicht gereicht: Laut Navigationsgerät wäre sie so erst um 2.28 Uhr im Krankenhaus gewesen – eine Minute nach der Geburt.


Gerechtigkeit

Trumps Handelskrieg versaut ihm das Geschäft – trotzdem wählt dieser Bauer die Republikaner

Hinter Gary Hougar liegt kein leichtes Jahr. "Es ist vermutlich das Schwierigste seit Beginn meiner Selbstständigkeit im Jahr 2007", erzählt der Bauer aus Pennsylvania, während er auf seinem Feld bei Richboro die letzte Sojabohnen-Ernte des Jahres einholt. Der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Handelskrieg mit China hat dem Bauern stark zugesetzt, und wie ihm geht es vielen seiner Kollegen in den USA. Dennoch: Vor den Kongresswahlen an diesem Dienstag – den Midterms – steht Farmer Hougar weiter hinter Trumps Politik.

Trump hatte Importe aus China mit Straf- und Sonderzöllen auf Waren im Wert von mehr als 250 Milliarden Dollar belegt – er wirft China unter anderem unfaire Handelspraktiken vor. China reagierte mit Vergeltung und erhob seinerseits Sonderzölle auf US-Ausfuhren im Wert von 60 Milliarden Dollar. Davon sind viele Agrarprodukte betroffen – auch die Sojabohnen von Bauer Hougar.

Es ist einer dieser klaren und kalten Herbsttage, an denen die bunten Bäume ihre ersten Blätter verlieren. Von Philadelphia kurvt man eine gute Autostunde über Pennsylvanias malerische Landstraßen, bis man Hougars Farm erreicht. Seine Felder liegen im Südwesten des Bundesstaates verstreut. Mit seiner Frau und seinen fünf Kindern lebt er auf einem der zahlreichen Bauernhöfe in der Gegend. 

Chinas Importzölle drücken die Verkaufspreise des Bauern stark. Für Soja sind die Preise seit Anfang Mai auf ein Zehn-Jahres-Tief gefallen. "Im Moment sind meine Einnahmen mit Sojabohnen um 20 bis 30 Prozent reduziert", schätzt der 35-Jährige und seufzt. 

Auch die US-Zölle, die Trump unabhängig von den Maßnahmen gegen China weltweit auf Aluminium und Stahl verhängt hat, machen ihm und seinen Kollegen zu schaffen, erzählt Hougar. Als Konsequenz seien die Preise für landwirtschaftliche Maschinen merklich gestiegen.