Ist das sicher?

Wer auf dem Dorf groß geworden ist, kennt das Problem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Entweder gibt es keine oder sie fahren nur sehr selten.

Die typische Lösung ist ein eigenes Auto, das muss man sich aber leisten können. Oder ein Fahrrad, diese Fahrten können aber echt lang werden und über gefährliche Landstraßen ohne Radwege führen. 

Im Süden von Baden-Württemberg werden deshalb jetzt Mitfahrbänke eingeführt.

Was sind Mitfahrbänke?

Mitfahrbänke sind so eine Art Bushaltestelle, die in den letzten Jahren häufiger in kleinen Orten ohne öffentliche Verkehrsmittel aufgebaut wurden. Schilder an den Mitfahrbänken zeigen an, in welche Richtung es gehen soll.

Wer aus dem Dorf raus möchte, aber kein Auto oder ähnliches hat, kann sich hier hinsetzen und darauf warten, dass Fahrerinnen oder Fahrer, die zufälligerweise auch in diese Richtung fahren möchte, ihn mitnimmt. Also sozusagen trampen, nur ohne den Daumen raus zu halten. 

Taisersdorf in Baden-Württemberg hat jetzt jüngst Mitfahrbänke für seine rund 300 Einwohner erhalten:

TAISERSDORF ERHÄLT MITFAHRBÄNKE Vor einiger Zeit wurde dem Ortschaftsrat von Taisersdorf der Vorschlag unterbreitet,...

Gepostet von Henrik Wengert am Mittwoch, 23. Mai 2018


An sich klingt das nach einer ganz praktischen Lösung für kleine Orte, in denen sich Bus- und Bahnverbindungen einfach nicht lohnen. Wenn die großen Verkehrsbetriebe nicht einspringen können oder wollen, hilft man sich im Dorf eben untereinander.

Aber: Mitfahrbänke sind nicht sicher.

Bei der Mitfahrbank hat man keine Kontrolle darüber, wer da vor einem anhält. Bei Online-Mitfahrzentralen sind die Anbieter der Fahrten meist zumindest angemeldete Nutzer, die von vorigen Mitfahrern bewertet werden konnten. Auch keine hundertprozentige Sicherheit, aber immerhin etwas.

Bei Mitfahrbänken kann man nur hoffen, dass da nicht der unheimliche Typ mit seinem weißen Lieferwagen ohne Fenster hält, vor dem uns Mama immer gewarnt hat.

In Bitburg in Rheinland-Pfalz gibt es seit 2014 Mitfahrbänke. Dort gibt es Beobachtungen, wie dass zum Beispiel zwei Seniorinnen lange vergeblich auf einer solchen Bank auf eine Mitfahrgelegenheit warteten, bis sie sich irgendwann doch zu Fuß auf den Weg machten. Als sich dann gleich danach zwei junge Mädchen auf die Bank setzen, hielten innerhalb kurzer Zeit gleich zwei Wagen. (Süddeutsche Zeitung)

Und: Mitfahrbänke sind nicht zuverlässig.

Wer Termine hat, sollte besser nicht auf Mitfahrbänke setzen. Es ist ein reines Glücksspiel, ob wirklich jemand hält. Ganz abgesehen davon, dass in Orten mit wenig Einwohnern sowieso nicht viel Durchfahrtverkehr ist, muss dann auch noch jemand dabei sein, der bereit ist, einen "Anhalter" von der Mitfahrbank mitzunehmen.

Im Selbsttest von SZ-Online wartete ein Redakteur in Ebersdorf in Sachsen zum Beispiel über 90 Minuten auf einer Mitfahrbank auf einen Fahrer.


Gerechtigkeit

Diese Boxerin kämpft gegen sexualisierte Gewalt in ihrem Sport – doch der Verband schaut weg
Nun zieht sie Konsequenzen.

Im Februar hatte sie eine Kampagne gegen sexualisierte Gewalt im Boxsport gestartet und kritisierte den Deutschen Boxsport-Verband (DBV) mit heftigen Worten. Jetzt ist die ehemalige Vize-Europameisterin Sarah Scheurich von ihrem Posten als Athletensprecherin zurückgetreten – weil sie vom DBV zu wenig Unterstützung erhielt. 

Gemeinsam mit anderen Boxerinnen hatte sie seit Februar unter dem Hashtag #CoachDontTouchMe auf Missbrauch und sexualisierte Gewalt im Boxsport aufmerksam gemacht. 

Es ist ein Thema, zu dem "viel zu lange geschwiegen" worden sei, sagt Sarah Scheurich.