Schönheitsköniginnen sollen hübsch lächeln. Sie sollen sich elegant bewegen und im Abendkleid gut aussehen. Was sie aber in der Regel nicht sollen: verheiratet sein. Oder Kinder haben.

Das musste jetzt auch Veronika Didusenko feststellen. Die 23-Jährige wurde vergangene Woche in Kiew zur Miss Ukraine gewählt. Doch nur wenige Tage später wurde ihr die Krone wieder aberkannt.

Der Grund: Didusenko ist geschieden – und Mutter eines vierjährigen Jungen. Beides ist Teilnehmerinnen des Wettbewerbs eigentlich nicht gestattet. (Fox News)

Kurz nach der Titelvergabe haben die Organisatoren herausgefunden, dass Didusenko bei der Anmeldung falsche Angaben zu ihren Familienverhältnissen gemacht hat. Damit habe sie gegen die Regeln verstoßen und sei nicht länger qualifiziert, den Titel zu tragen, teilte die Organisation mit. 

Die Regeln gibt es dabei nicht nur beim ukrainischen Wettbewerb: Das Kinder- und Ehe-Verbot ist bei Miss-Wahlen Tradition, bis vor Kurzem galt es fast überall.

Nur langsam beginnt das steife Regelwerk in manchen Ländern zu bröckeln – oder sagen wir, sich dem 21. Jahrhundert anzupassen.

Die Veranstalter der "Miss Great Britain"-Wahl beispielsweise ließen ab 2013 Mütter und Verheiratete teilnehmen. Bei der "Miss Germany"-Wahl wurden die Regeln in diesem Jahr geändert (Promiflash). Beim Konkurrenzwettbewerb "Miss Deutschland" sind hingegen weiterhin nur unverheiratete Teilnehmerinnen zugelassen.

(Die aktuelle Miss Germany ist übrigens unverheiratet – lebt aber mit ihrem Freund zusammen. (Bild))

Ein Fortschritt?

Natürlich könnte man argumentieren, dass das Konzept, Frauen nach dem Lächeln und ihrer Fähigkeit, in einem Glitzerkleid über eine Bühne laufen zu können, zu bewerten an sich nicht mehr zeitgemäß ist. Und trotzdem überrascht es, wie streng die Regeln bei diesen Wettbewerben scheinbar noch immer sind

Obwohl ein Kind oder eine Ehe eine Frau von nichts abhalten muss – bestimmt auch nicht davon, nett zu lächeln.


Today

Die "Aquarius" übergibt gerettete Flüchtlinge an Malta
Zwei Fragen und zwei Antworten

Nach fünf Tagen des Wartens übergab das private Rettungsschiff "Aquarius" am Sonntagvormittag nahe Malta 58 Flüchtlinge an ein Schiff der dortigen Küstenwache. Das bestätigte eine Sprecherin der NGO "SOS Méditerranée", die gemeinsam mit der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" das Schiff betreibt.

Weshalb verzögerte sich die Übergabe? 

Seit Dienstag wartete die "Aquarius" darauf, die Menschen übergeben zu können, schlechtes Wetter verzögerte die Übergabe. Zwischen dem 20. und dem 23. September wurden die Flüchtlinge zusammen mit einer Hündin vor der Küste Libyens vom Rettungsschiff aufgenommen. 

Die "Aquarius" war das einzige Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer, seit der italienische Innenminister Matteo Salvini das Einlaufen privater Schiffe mit Migranten in italienische Häfen untersagt hatte. Italien und Malta haben in den vergangenen Wochen wiederholt über die Zuständigkeit für Flüchtlingsschiffe gestritten. (bento

Wie geht es jetzt weiter?

  • Die Geretteten sollen auf vier EU-Länder verteilt werden, darunter auch Deutschland. 
  • Zuvor hatten neben Deutschland auch Spanien, Frankreich und Portugal zugesagt, sie aufzunehmen. Dorthin sollen sie von Malta aus ausgeflogen werden. 

Mit Material von dpa