Bild: Carsten Rehder/dpa
Drei Fragen, drei Antworten

Über Monate hinweg gab es im vergangenen Jahr für Horst Seehofer kaum ein anderes Thema: eine "Obergrenze" für Geflüchtete und Migranten. Schließlich einigte sich die Koalition nach langen Diskussionen auf einen "Korridor" von 180.000 bis 220.000 Zuwanderern. Mittlerweile ist klar: Diese Zahl wird im Jahr 2018 bei weitem nicht erreicht.

Wie viele Menschen kommen denn aktuell?

Nach Angaben von Seehofer sind bislang in diesem Jahr rund 100.000 Menschen nach Deutschland gekommen. Das soll er laut Teilnehmenden in der Sitzung der Unionsfraktion gesagt haben. Im November und Dezember kommen für gewöhnlich weit weniger Geflüchtete und Migranten an – der Bundesinnenminister rechne daher, dass man weit unter der Schwelle von 200.000 Menschen bleiben werde. Im Juni noch hatte Seehofer gesagt, dass man den festgelegten "Korridor" noch erreichen oder sogar überschreiten könne. (Zeit Online)

Wo ist der Unterschied zwischen der "Obergrenze" und dem "Korridor"?

Beim von der Koalition beschlossenen "Korridor" sollen Asylbewerber berücksichtigt werden ebenso wie Abgeschobene und freiwillige Rückkehrer. Den Angaben des Innenministeriums zufolge wurden bis zum September zwar 124.000 Asylanträge gestellt, bis August wurden aber auch rund 16.000 Menschen abgeschoben, 12.000 weitere kehrten freiwillig in ihre Herkunftsländer zurück. Im ersten Halbjahr wurden außerdem rund 19.000 Visa für den Familiennachzug ausgestellt.

Wie sah es im vergangenen Jahr aus?

Auch 2017 waren die Zahlen unter Seehofers geforderten "Obergrenze" geblieben – rund 187.000 Menschen kamen nach Deutschland. In der ganzen EU kamen in diesem Jahr deutlich weniger Geflüchtete und Migranten an, nachdem die Zahl der Asylanträge bereits 2017 um die Hälfte zurückgegangen ist. (Zeit Online)


Fühlen

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