Bild: Ralf Hirschberger/dpa
Sechs Zitate

"Aufgeheizt aber ruhig", so beschrieb die Polizei die Stimmung rund um das Ostseestadion am Donnerstagabend in Chemnitz. Michael Kretschmer stellte sich den Fragen der Bürger. Über zwei Stunden diskutierte der sächsische Ministerpräsident über die Ereignisse der letzten Tage.

Das sind die wichtigsten Aussagen von Kretschmer zu Chemnitz:

"Viele Aussagen, die im Internet kursieren und Grund sind für die ganz besondere Aufregung, sind falsch."

Zunächst bezog sich Kretschmer auf die Straftat, mit der die Rechtsextremen ihre Hetze begründen. Der Tötungsdelikt sei oftmals in Zusammenhang mit einer Frau gebracht worden, die der Getötete beschützt haben soll. Dies sei so nie passiert, sagte Kretschmer. 

"Wir müssen dafür sorgen, dass nicht Halbwahrheiten, Fake News und Stimmungsmache die Oberhand haben, sondern Demokratie und Rechtsstaatlichkeit."

Kretschmer betonte, dass Gerichte dafür zuständig seien, Strafdelikte aufzuklären und die Täter zur Verantwortung zu ziehen – niemand sonst.

"Im Kampf gegen Rassismus ist die Zivilgesellschaft gefordert. Das sind wir alle."

Der sächsische Ministerpräsident berichtete von einer Frau mit chinesischen Wurzeln. Sie habe ihm erzählt, dass sie seit Jahren in Chemitz lebe und arbeite. Nun sei sie Opfer von Rassismus geworden, als ein Mann sie mit Wasser bespritzte, um ihr zu zeigen, sie sei nicht willkommen

Es sei Zeit gegen jede Form von Diskriminierung aufzustehen. "Die Stimmung von Montagabend war schrecklich und der müssen wir alle miteinander mit aller Kraft entgegentreten."

"Wenn bei einer Kundgebung der Hitlergruß gezeigt wird, wenn auch nur von Wenigen, dann ist es schlecht, dabei zu sein."

Kretschmer appelierte an die Bürger, bei Beobachtungen wie diesen, die Kundgebungen zu verlassen. Spätestens dann sei der Zeitpunkt zu sagen: "Mit denen haben wir nichts zu tun, wir suchen uns einen anderen Platz zum demonstrieren." 

"Die Frage ist, wie wir Konflikte austragen. Wir sind es unseren Kindern schuldig, dass dies mit Anstand und Respekt passiert."

Diesen Satz rief Kretschmer in laute Buh-Rufe der Anwesenden, die kritisierten, dass am Montag am Karl-Marx-Monument eine Konzertveranstaltung gegen Rechts stattfindet. Er freue sich, dass die Band Kraftklub sich für das Festival einsetze und auch junge Menschen die Möglichkeit gäbe, sich politisch zu zeigen. Dabei grinste er aber, Kretschmer hatte Kraftklub schon einmal als "unmöglich" beschimpft. (Sächsische Zeitung)

Neben Kraftklub werden am Montag in Chemnitz auch Casper und Marteria, Trettmann, Feine Sahne Fischfilet und Die Toten Hosen auftreten. (bento)

Mit Material von dpa



Today

Guess who's back: Eminem überrascht mit neuem Album
Zwei Fragen, zwei Antworten

Ohne Ankündigung und quasi über Nacht hat Eminem seine neue Platte "Kamikaze" mit 13 brandneuen Tracks herausgebracht. Einer davon trägt den Titel "Venom" und ist der Titelsong des gleichnamigen neuen Marvel-Films.