Bild: dpa / Rainer Jensen

Angela Merkel ist entschlossen. Am Sonntagabend hat die Bundeskanzlerin ihren Kurs in der Flüchtlingspolitik in der Sendung von Anne Will vehement verteidigt: Nein, sie habe keinen Plan B. Nein, sie sehe nichts, was eine Kehrtwende bewirken könne, ihre Politik sei doch nur logisch.

In Umfragen sehen das viele Bürger offenbar anders: Laut ARD-Deutschlandtrend glauben 81 Prozent der Deutschen nicht, dass die Regierung die Flüchtlingssituation im Griff hat; 52 Prozent finden es gut, dass sich die CSU offensiv gegen die Kanzlerin positioniert.

"Wann steuern Sie um, Frau Merkel?", wollte Anne Will deshalb wissen. Hier sind die neun wichtigsten Aussagen:

1. Merkel ist kämpferisch:

"Meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit besteht darin, dafür zu sorgen, dass Europa einen gemeinsamen Weg findet."

2. Über Griechenland:

"Glauben Sie ernsthaft, dass alle Euro-Staaten im letzten Jahr bis zum Letzten gekämpft haben dafür, ... Griechenland im Euroraum zu halten, um anschließend, ein Jahr später, Griechenland ins Chaos zu stürzen?"

3. Über die Entscheidung Österreichs und einiger Balkan-Staaten, die Grenzen einseitig teilweise geschlossen zu haben ohne sich mit der Regierung in Athen abzustimmen:

"Das ist genau das, wovor ich Angst habe. Wenn der eine seine Grenze definiert, muss der andere leiden. Das ist nicht mein Europa."

4. Über die Aussage von Vizekanzler Sigmar Gabriel, viele Bundesbürger fühlten sich angesichts der Unterstützung für die Flüchtlinge selbst benachteiligt:

"Ich glaube, dass Herr Gabriel etwas sagt, was einfach nicht den Tatsachen entspricht."

5. Was muss eigentlich passieren, damit sie sagt, dass es so nicht weiter gehe in der Flüchtlingspolitik:

"Ich sehe nichts, was das hervorrufen könnte, weil das alles gut durchdacht ist und ja auch logisch ist. Es zweifelt ja auch an dieser Logik keiner. Auch Horst Seehofer sagt: 'Ich wünsch' Dir Erfolg auf diesem Weg.' Leider glauben nur so viele nicht daran."

6. Könnte sich angesichts der teils gewalttätigen Proteste und des offenen Hasses gegen Flüchtlinge eine demokratiegefährdende Situation wie in der Weimarer Republik entwickeln?

"Das glaube ich nicht."

7. Nur kein Kurswechsel:

"Man ist nicht Politiker, dass man die Welt beschreibt und sie katastrophal findet."

8. Hat sie einen Plan für eine nationale Lösung der Flüchtlingskrise?

"Ich habe keinen Plan B."

9. Über die fremdenfeindlichen Übergriffe in Sachsen:

"Das sind Bürgerinnen und Bürger, die etwas tun, was ich zutiefst ablehne. (...) Natürlich geben wir niemandem auf. (...) Ich mache für alle Menschen Politik."
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