Bild: Lars Schröer/dpa
Der Brand ist sogar aus dem All zu sehen

Der Name des Bundeswehr-Testgeländes in Meppen klingt sperrig: WTD 91 – Wehrtechnischen Dienststelle 91. Doch jetzt hat es die Anlage im Norden von Niedersachsen bis in die Meldungen des Deutschen Wetterdienstes geschafft. 

Der Grund: Ein Moorbrand, den die Bundeswehr bei einem Raketentest vor zwei Wochen ausgelöst hat. Und der seitdem nicht gelöscht werden konnte, sondern sogar immer größer wird. Selbst in Bremen und Ostfriesland berichteten Anwohner inzwischen schon von Rauchwolken am Himmel.

Mittlerweile ist die Spur des Großbrandes sogar aus dem Weltall zu sehen:

Weil niemand sagen kann, wie sich das Feuer weiterentwickelt, bereiten die Behörden in Niedersachsen jetzt die Evakuierung Hunderter Anwohner vor. Nach Auskunft des Landesinnenministeriums in Hannover könnten die Löscharbeiten auf dem Gelände noch bis zu zwei Wochen andauern.

(Bild: Bundeswehr/dpa)

Warum wurde der Brand in Meppen seit zwei Wochen nicht gelöscht?

Anders als bei klassischen Bränden gibt es bei dem Feuer im Moor kaum offene Flammen – stattdessen schwelt der Brand unter der trockenen Moor-Oberfläche. Dadurch ist das Ausmaß des Feuers für die Einsatzkräfte noch schwerer zu erkennen.

Hinzu kommt, dass Torf kaum zu löschen ist – nicht umsonst wird das Material auch als Brennstoff genutzt. Weil der Sommer der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, ist der Boden derzeit besonders ausgetrocknet.

Die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk (THW) versuchen wegen dieser Probleme, die Fläche mit Wasser aus einem nahen Fluss zu fluten. 15 Hochleistungspumpen und rund 300 Löschkräfte sind dafür momentan im Einsatz. 

Welche Auswirkungen hat das Feuer für die Menschen vor Ort?

bento hat verschiedene Menschen aus der Region um Meppen kontaktiert, um mit ihnen über die Auswirkungen des Brandes auf ihren Alltag zu sprechen.

Eine Anwohnerin berichtete davon, lange Zeit kaum Informationen über das Feuer erhalten zu haben. Außerdem sagte sie:

Wir sehen seit Tagen am Horizont ein leichtes Flimmern. An manchen Tagen ist es sehr dicht, an manchen weniger. Am Dienstag war es extrem, alles roch nach Feuer. Derzeit ist es angenehmer, im Haus zu bleiben.

Eine Evakuierung sei aus ihrer Sicht bislang nicht notwendig. Allerdings gebe es auch zwei Wochen nach Beginn des Brandes kaum Informationen vor Ort.

Warum wurden die Raketen überhaupt getestet?

Diese Frage ist tatsächlich noch offen und könnte für Diskussionen sorgen. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Filiz Porat kritisierte die Übung in der Heidelandschaft bereits:

Vor dem Hintergrund der monatelangen Trockenheit und Hitze halte ich die Schießübungen der Bundeswehr bei Meppen für äußerst fahrlässig.
Filiz Porat

Auch das Verhalten der Bundeswehr sorgte zeitweise für Irritationen. Nach NDR-Angaben forderte der zuständige Krisenstab der Landesregierung am Dienstagabend mehr Informationen über den Brand auf dem Testgelände. 

Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums: 

Selbstverständlich wird auch die Bundeswehr intern der Frage nachgehen, ob bei dem Test in Meppen geltende Vorschriften verletzt beziehungsweise Ermessensspielräume falsch genutzt wurden.
Sprecher der Verteidigungsministeriums

Erstmal muss nun jedoch der Brand gelöscht – und vielleicht sogar die Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Mit Material von dpa


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