Bild: dpa/Super Dickmann's/Montage bento
Meghan Markle als Schokokuss? Keine gute Idee.

Am Samstag haben Prinz Harry und Meghan Markle sich das Ja-Wort gegeben, unglaublich viele Menschen haben mitgefiebert

Besonderes Augenmerk lag auf der Braut, Meghan Markle trug ein Kleid des französischen Modehauses Givenchy. Tatsächlich kann man zu dem Ergebnis kommen: Das Kleid, die Hochzeit – ein Traum in Weiß! 

Oder, wie Super Dickmann's es ausdrückt: "Ein Schaum in Weiß." Bitte was?

Ja, genau. Der Hersteller von Schokoküssen sorgte am Samstag mit diesem ziemlich dämlichen Spruch für Aufregung. Dazu veröffentlichte das Unternehmen ein Bild, das einen Schokokuss mit weißem Hochzeitskleid samt Krone auf dem Kopf und Blumenstrauß in der Hand zeigt. Darunter stand: "Was guckt ihr denn so... wollt ihr heute etwa nicht auch Meghan sein?"

Quelle: www.facebook.com/superdickmanns/

Der Grund für den Vergleich? Tja, eigentlich gibt es keinen. Außer die Hautfarbe von Meghan Markle. Als hätten wir uns im Fernsehen während der Hochzeit nicht genug unterschwellig rassistische Sprüche anhören müssen. Und als wären Schokoküsse nicht lange Zeit ohnehin mit einem rassistischen Schimpfwort bezeichnet worden. Man hätte meinen können, dass Storck, das Unternehmen hinter der Marke, allein deshalb ein bisschen sensibler geworden wäre.

Auch die Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer finden das Bild überhaupt nicht lustig: "Was sagt diese Darstellung über die kulturelle Sensibilität ihrer Marketing- und Social-Media-Abteilung aus? Nichts Gutes", schreibt Sarah und teilt damit die Meinung vieler anderer Nutzer: "Ab sofort keine Dickmanns mehr", schreibt einer.

Die Marke hat mittlerweile nicht nur den Post von der Timeline gelöscht, sondern auch kritische Kommentare darunter entfernt. Doch das half auch nicht: "Diesen Post einfach auf eurer Seite zu verstecken und Kommentare zu löschen... Ganz ehrlich, ich bin enttäuscht. Gutes Konflikt-Management sieht anders aus", kommentiert ein Nutzer unter dem Bild.

Am Montagmorgen folgte dann die offizielle Entschuldigung von Super Dickmann's, natürlich mit einem weiteren ziemlich dummen Wortspiel: "Eine dicke Entschuldigung!"

Die Entschuldigung ist in Ich-Fom, also aus Sicht des Dickmann's geschrieben. Es sei nur um die Hochzeit des Schokokusses gegangen, andere "Assoziationen" seien nicht beabsichtigt gewesen, heißt es in dem Post auf der Facebook-Seite.

"Die Welt von Super Dickmann's ist bunt und vielfältig und fern von rassistischen Gedanken. Wir werden das Bild heute Mittag von unserer Seite nehmen" heißt es weiter. Inzwischen ist der Post tatsächlich nicht mehr verfügbar.

Das Schlusswort möchten wir Facebook-Kommentatorin Julia überlassen, sie schreibt: "Autsch!"


Queer

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