Bild: Sea Watch e.V./dpa
Vier Antworten zu dem Vorfall

Das Rettungsschiff "Sea Watch 3" will den Hafen von Malta eigentlich möglichst schnell verlassen, um weitere Flüchtlinge zu retten. Doch das Schiff einer deutschen Hilfsorganisation wird immer noch festgehalten – dabei hat das Schiff alle nötigen Zulassungen, wie jetzt bekannt wurde.

Was ist bislang bekannt?

Seit rund einem Monat hängt die "Sea-Watch 3", die unter niederländischer Flagge fährt, in Malta fest. Die maltesische Regierung verhindert, dass das Boot der zivilen Berliner Rettungsorganisation den Hafen von Valletta verlässt. Dabei weiß sie bereits seit einer Woche, dass das Schiff über alle nötigen Zulassungen verfügt. Mehreren Medien liegt der Untersuchungsbericht vor. (SPIEGEL ONLINE, Tagesschau)

Es ging um die Frage: Ist das Schiff korrekt registriert? Und ja, laut der Ermittlungsdokumente und einem Brief des Verkehrsministeriums fährt die "Sea Watch 3" ordnungsgemäß unter niederländischer Flagge und ist im dortigen Schiffsregister eingetragen. 

Was passiert gerade in Malta und Italien?

Sowohl Italien als auch Malta schotten sich ab und gehen gegen Nichtregierungsorganisationen (NGO) vor. Sie wollen Rettungsboote mit Migranten an Bord aus ihren Häfen fernhalten.

Was sagt die Besatzung der "Sea Watch" dazu?

"Der Report bestätigt ganz klar, dass alles auf unserem Schiff den Anforderungen der niederländischen Fahne genügt und teils sogar übertrifft", sagt auch Pia Klemp, Kapitänin des Schiffs, zu SPIEGEL ONLINE. Sie hätte die Mission fahren sollen, als das Boot festgesetzt wurde. "Deshalb ist es umso wahnwitziger, dass sie uns nicht ausfahren lassen", sagt sie. Die Entscheidung der maltesischen Regierung bezeichnet sie als "Schikane gegen die Arbeit von Rettungsorgansationen" und "politisch motiviert".

"Das verstößt gegen die Menschenrechte und jegliche Ethik und Moral", sagt Klemp. "Sie tragen das auf dem Rücken der Ärmsten und Schwächsten, also den Menschen auf der Flucht, aus." 

Wie geht es jetzt weiter?

  • Der Brief aus den Niederlanden an die Verkehrsbehörden in Malta ist auf den 24. Juli datiert. Die maltesischen Behörden hätten nun noch zusätzliche Fragen an die Niederlande gestellt, teilte ein Sprecher des Verkehrsministeriums der Nachrichtenagentur dpa in Den Haag mit. Um welche Fragen es konkret ging, wollte er nicht sagen. "Sobald die Fragen beantwortet sind, sind die maltesischen Behörden am Zug." Aus Malta gab es zunächst keine Stellungnahme.

Derzeit liegt auch das Schiff der deutschen Organisation Mission Lifeline in Malta an der Kette. Gegen den deutschen Kapitän wird ermittelt. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, ohne richtige Registrierung in maltesische Gewässer gefahren zu sein.

Mit Material von dpa


Today

YouTuber Leon Machère muss wegen seiner Pranks 37.500 Euro Strafe zahlen
Drei Fragen, drei Antworten

Zwei seiner Aktionen kommen den Hamburger YouTuber Leon Machère teuer zu stehen. Das Amtsgericht Hamburg erließ am Mittwoch einen Strafbefehl über insgesamt 37.500 Euro gegen ihn. Die Vorwürfe gegen den 26-Jährigen: Vortäuschung einer Straftat und Amtsanmaßung.