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Was ist passiert?

Die Bundesregierung will zusätzliche Soldaten nach Mali schicken, um Frankreich zu entlasten. Bis zu 650 Soldaten sollen in den Einsatz geschickt werden. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hatte nach den Anschlägen von Paris die Bundesregierung um Hilfe gebeten.

Wie ist die Lage in Mali?

Islamisten und Separatisten hatten 2012 den dünn besiedelten Norden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Mit Hilfe von französischen Elitesoldaten konnten wichtige Städte zurückerobert werden. Mehr als 10.000 Uno-Soldaten sollen seitdem den Frieden sichern. Bei Angriffen und Gefechten starben mehr als 40 Uno-Soldaten.

Was macht die Bundeswehr in Mali?

Im vergleichsweise sicheren Süden des Landes trainiert die Europäische Union Soldaten und Polizisten. Auch die Bundeswehr ist daran mit rund 200 Soldaten beteiligt, seit Juli führt sie das Kommando. Der Bundestag hatte im Frühjahr beschlossen, bis zu 350 Soldaten zu schicken. An der Uno-Mission im Norden sind bisher zehn deutsche Soldaten beteiligt – zu Beginn der Mission im Jahr 2013 hatte Deutschland Transportflugzeuge angeboten, die erwiesen sich aber als veraltet und unzuverlässig.

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Vergleichsweise sicherer Süden?

Auch in der Hauptstadt Bamako verüben Islamisten Terroranschläge. Nach den Anschlägen von Paris stürmten Angreifer ein Hotel und nahmen 170 Geiseln. 21 Menschen starben.

Muss die Bundeswehr in Mali kämpfen?

Gut möglich. Der Norden, wo die Bundeswehr rund 600 niederländische Soldaten unterstützen soll, ist gefährlich. Uno-Soldaten sind bereits in ihren Lagern mit Raketen angegriffen worden, andere starben bei Gefechten. Die Bundeswehr bereitet sich schon seit Monaten auf eine Ausweitung ihres Mandats in Mali vor, das Verteidigungsministerium dürfte das Risiko kennen.

Wie geht es weiter?

Die Regierung muss den Einsatz durch den Bundestag genehmigen lassen. Dort die Regierung hat eine riesengroße Mehrheit.