Bild: Swen Pförtner/dpa
Vier Fragen, vier Antworten

Nachdem sich eine schwangere Frau gegen ihre Abschiebung am Flughafen Hannover gewehrt hat, wurde sie von den Behörden einfach stehen gelassen. Die verantwortliche Landrätin rechtfertigt sich jetzt.

Was ist passiert?

Die 29-jährige Iranerin befand sich Mitte Oktober im Uniklinikum Mainz. Die Ärzte stellten erhöhte Zuckerwerte bei ihr fest. Da die Frau im vierten Monat schwanger war und dies zu Komplikationen führen kann, wurde sie stationär behandelt.

In der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober holten etwa ein Dutzend Beamten der Ausländerbehörde die Frau aus dem Krankenhaus und brachten sie zum Flughafen in Hannover (bento).

Zusammen mit ihrem Mann und ihrem anderthalb Jahre alten Sohn sollte sie in ein Flugzeug nach Zagreb in Kroatien steigen, wo sie den ersten Asylantrag gestellt hatten.

Die Familie weigerte sich in das Flugzeug zu steigen. Der Pilot lehnte deswegen ab, sie zu transportieren.

Daraufhin fuhren die Beamten die 29-Jährige mit ihrem Sohn zum Hauptbahnhof Hannover, zahlten ihr ein Handgeld von 100 Euro und forderten sie auf, alleine mit dem Zug zurück nach Bingen, bei Mainz, zu fahren und sich in ihrer Unterkunft zu melden.

Wie rechtfertigen die Behörden das Vorgehen bei der Abschiebung?

Die Landrätin des Kreises Mainz-Bingen, Dorothea Schäfer, zeigte in einem Statement wenig Reue. In einem Interview mit dem SWR betonte sie: 

„"Man muss sagen, dass das alles rechtmäßig abgelaufen ist." “

Die Ausländerbehörde sei in der Verpflichtung die Abschiebungen vorzunehmen, so Schäfer weiter. Trotzdem wies die Landrätin auf die "Frage der Sensibilisierung" hin. 

Hätte die schwangere Frau überhaupt abgeschoben werden dürfen?

Zu dieser Frage gibt es unterschiedliche Darstellungen. Der Vorstandschef der Unimedizin Mainz, Norbert Pfeiffer erklärte, dass die Frau keine Entlassung der Klinik bekommen habe: 

„Wir haben keine Reisefähigkeit attestiert.“
Norbert Pfeiffer, Uniklinik Mainz

"Die Patientin war stationär aufgenommen. Sie durfte nicht verreisen, sie durfte höchstens transportiert werden", so Pfeiffer weiter.

Die Ausländerbehörde sieht das anders und betont, sie habe explizit nach der Reisefähigkeit der Frau gefragt. Diese sei bestätigt worden.

Wie geht es jetzt weiter?

Schäfer erklärte, der Fall lasse sie nicht kalt, dennoch sei die Abschiebung rechtmäßig und werde auch vollzogen werden. Geplant ist die Überführung der gesamten Familie nach Kroatien nun für Anfang Dezember.

Mit Material von dpa


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Die AfD lädt Hans-Georg Maaßen zum Parteieintritt ein
Gerüchte über Maaßens AfD-Sympathie gibt es schön länger

Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen könnte in der AfD Karriere machen. Wenn er das denn will.  

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