Bild: Bobby Hendry/Unsplash
Zumindest in Europa und den USA

Vieles, das wir tun und zu uns nehmen, steht unter Verdacht, unsere Gesundheit zu gefährden: Chips zum Beispiel, Fleisch und tierische Lebensmittel generell oder auch einfach nur die Benutzung unseres Smartphones.

Aber schaden unsere Lebensumstände auch der Spermienproduktion?

Mediziner aus Jerusalem und New York haben jetzt herausgefunden, dass die Zahl der Spermien bei Männern aus westlichen Ländern im Laufe der vergangenen 40 Jahren zurückgegangen ist – und zwar im Schnitt um 60 Prozent pro Samenerguss. (Oxford Academic)

Die Studie

Für die Untersuchung werteten die Forscher um Studienleiter Hagai Levine von der Hebrew University in Jerusalem

  • 244 Spermienzählungen 
  • aus 185 verschiedene Studien 
  • mit insgesamt 43000 männlichen Probanden 
  • in einem Zeitraum von 1973 bis 2011 aus. 
Vor allem Männer der westlichen Welt sind betroffen.

Nur die Stichproben von Probanden aus Nordamerika, Europa, Australien oder Neuseeland ergaben eine statistisch eindeutige Entwicklung. Bei Männern aus anderen Regionen wie Südamerika, Asien oder Afrika, war diese nicht zu erkennen. Allerdings machten diese auch einen viel geringeren Teil der Stichproben aus.

Die Ergebnisse unterschieden sich auch unter den westlichen Männern, je nach dem ob sie bereits Kinder gezeugt hatten – also nachweislich fruchtbar waren – oder nicht:

  • Bei jenen Männern, zu denen die Forscher keine Angaben über Kinder hatten, ging die Zahl der Spermien pro Milliliter Samenflüssigkeit jährlich um 1,4 Prozent zurück.
  • Bei den nachweislich fruchtbaren Männern sank die Spermaproduktion um 0,8 Prozent.

Es ist nicht die erste Studie, die auf eine solche Entwicklung aufmerksam macht. In Frankreich etwa kamen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Spermienproduktion jährlich um zwei Prozent zurückgeht. (SPIEGEL ONLINE)

Was sind die Gründe dafür?

Es gibt verschiedene Ansätze, diese Entwicklungen zu erklären. Dass Rauchen, Übergewicht oder einige Medikamente die Spermienproduktion beeinträchtigen, ist allgemein bekannt. 

Auch Chemikalien, die das hormonelle Gleichgewicht durcheinander bringen und etwa in Kleidung enthalten sind, sollen negative Auswirkung auf die Spermienqualität haben. (SPIEGEL ONLINE)

Schädlich kann außerdem zu viel Wärme sein. Experten raten daher von zu engen Hosen, bei akutem Kinderwunsch auch von Sitzheizungen oder Saunagängen ab. (Berliner Zeitung)

Allerdings stellt sich hier die Frage, wieso die Analyse keine ähnliche Entwicklung bei Männern aus eher wärmeren Regionen wie Afrika, Asien oder Südamerika ergab. Ob das an der Studienqualität lag oder an anderen Lebensumständen, bleibt offen.

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Sagt zumindest Stefan Schlatt, Chef der Reproduktionsmedizin an der Universität Münster: "Die Männer in den westlichen Industrienationen haben immer noch rund 47 Millionen Spermien je Milliliter Ejakulat. Das ist schon eine stolze Zahl; damit ist der Mann sehr fertil." (Süddeutsche)

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt der ungefähre Grenzwert für Unfruchtbarkeit von Männern bei 15 Millionen Spermien pro Milliliter Samenerguss.

Auch die Funktionalität der Spermien, ihre Beweglichkeit, und körperliche Veränderungen seien in der Analyse nicht berücksichtigt worden, sagt Zellbiologe Artur Mayerhofer von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ob sich aus den Daten daher ableiten lasse, dass Männer wirklich unfruchtbarer geworden sind, wollte er nicht bestätigen. (Süddeutsche)


Grün

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