Bild: dpa / Boris Roessler
Das Arbeitsgericht Düsseldorf untersagt Flugbegleitern den Streik.

Update: Die Flugbegleiter wollten ihren Streik ab Mittwochmorgen noch einmal deutlich verschärfen. Das hat allerdings das Arbeitsgericht Düsseldorf untersagt. Die Streikmaßnahmen seien rechtswidrig, bestätigte das Gericht der Tagesschau. Die Flugbegleiter hatten geplant, ab 4 Uhr bis Freitag um 24 Uhr alle Mittel- und Langstreckenflüge an den Standorten Frankfurt, Düsseldorf und München zu bestreiken. Das hatte die Gewerkschaft der Flugbegleiter, UFO, Dienstag mitgeteilt.

Was ist passiert?

Die Gewerkschaft der Flugbegleiter Ufo teilt auf der Lufthansa-Website mit:

"Am Montag werden von den insgesamt rund 3000 geplanten Verbindungen etwa 929 Flüge im Kont- und Interkont-Bereich gestrichen. Von den Flugstreichungen sind insgesamt rund 113.000 Passagiere betroffen."

Viele Flüge, die in Frankfurt, Düsseldorf und München starten oder landen sollten, sind betroffen. Genaueres sollen Fluggäste über SMS erfahren, wenn sie sich dafür bei der Buchung registriert haben, oder über die Lufthansa-Website.

Ufo-Chef Nicoley Baublies(Bild: Getty Images / Thomas Lohnes)
Wie lange wird gestreikt?

Die Gewerkschaft hat angekündigt, den größten Streik der Lufthansa-Geschichte durchzuführen. Bis Freitag soll der Arbeitskampf andauern — sollte die Lufthansa nicht vorher einlenken. Nach dem ersten Streiktag am Samstag mit rund 58.000 Betroffenen gab es am Sonntag eine Pause. Dienstag sollen in Frankfurt und München nur die Langstreckenflüge bestreikt werden, in Düsseldorf auch auf Kurz- und Mittelstrecken.

Was kann ich tun?

Die Lufthansa muss sich kümmern und versuchen, Reisende anders an ihr Ziel zu bringen. Ab zwei Stunden Verspätung muss sich die Airline um Getränke und Essen kümmern, wenn nötig auch um eine Übernachtung. Bahntickets oder Mietwagen sollte man nicht ohne Rücksprache mit der Airline in Anspruch nehmen, wenn man nicht auf den Kosten sitzen bleiben will. Ab fünf Stunden Verspätung kann man sich das Ticket erstatten lassen. Pauschalreisende haben weitergehende Rechte (Süddeutsche).

(Bild: Getty Images / Thomas Lohnes)
Worum geht es?

Um die Tarifverhandlungen für die Stewardessen und Stewards bei der Lufthansa. Bereits seit zwei Jahren streiten sich Konzern und Arbeitnehmervertreter um Betriebs- und Übergangsrenten von rund 19.000 Flugbegleitern.

Während die Lufthansa-Beschäftigten für bessere Absicherung im Alter streiken, lagert der Konzern Teile des Geschäfts auf Tochterunternehmen aus und will mit der Billigmarke Eurowings ihre Konkurrenten angreifen. Die Lufthansa-Piloten wehren sich gegen diese Konkurrenz aus dem eigenen Unternehmen und die schlechtere Bezahlung der Kollegen. Hier kam es bereits elf Mal zu Streiks.

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