Bild: Erik Wiffers/dpa

Es sollte ein Tag zum Feiern werden, ein Tag der Freunde und Freude, ein Tag der Liebe. Doch die Love-Parade in Duisburg am der 24. Juli 2010 endete stattdessen in: Tod, Verzweiflung, Trauer.

Nach einer Massenpanik kamen an einer Engstelle mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt (WAZ). Heute, mehr als sieben Jahre später, steht noch immer diese eine große Frage im Raum: 

Wie konnte es so weit kommen?

Nun bemüht sich auch der Rechtsstaat um eine Antwort. An diesem Freitag beginnt in Düsseldorf der Prozess.

Aber wer ist eigentlich angeklagt? Warum findet die Verhandlung nicht in Duisburg statt? Und warum erst jetzt? 

Die wichtigsten 6 Zahlen zum Prozess:

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Menschen kamen bei der Massenpanik in einem Tunnel ums Leben.

Durch ihn sollten die Besucher auf das Festival-Gelände gelangen. Mehr als 650 weitere wurden verletzt. Ausgelöst worden soll die Panik durch ein paar Menschen, die über eine gesperrte Nottreppe und ein Lautsprechergerüst zum Gelände hochsteigen wollten und dabei auf die Masse herabstürzten. (Tagesspiegel)

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Zeugen wurden in den Jahren darauf vernommen.

Fast 100 Polizisten sichteten dazu Videomaterial mit einer Gesamtlänge von rund tausend Stunden.

Eine Loveparade-Teilnehmerin sieben Jahre später im Unglückstunnel in Duisburg.(Bild: Roland Weihrauch/dpa)

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Personen sitzen nun auf der Anklagebank. 

Davon vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg, darunter der ehemalige Stadtentwicklungsdezernent sowie die damals zuständige Leiterin des Amts 62 für Baurecht und Bauberatung der Stadt Duisburg.

Sie alle müssen sich wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, schwerwiegende Fehler bei der Planung gemacht zu haben. 

Vor allem der Zugangsbereich soll zu eng gewesen sein, um die vorhergesagten Besucherströme aufnehmen zu können. Das System habe zu einem frühen Zeitpunkt versagt, die Gefahren seien absehbar gewesen. (SPIEGEL ONLINE)

Lange Zeit stand nicht mal fest, ob es zu einem Prozess kommen würde:

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Nebenkläger haben sich der Anklage der Staatsanwaltschaft angeschlossen. 

Darunter sind viele Angehörige und Überlebende. Sie werden von 41 Anwälten vertreten. Die zehn Angeklagten bringen rund 30 Anwälte mit in den Prozess. Die hohe Zahl der Beteiligten erklärt auch die nächste Zahl: 

500

Menschen passen in das Congress Centrum Düsseldorf. 

Eigentlich hätte die Verhandlung im Landgericht Duisburg stattfinden sollen. Das aber verfügt über keinen Saal mit ausreichend Plätzen, weshalb das Gericht den Prozess auslagert. Mehr als 300 Plätze stehen für Zuschauer und Journalisten zur Verfügung. (SPIEGEL ONLINE)

2,5

Jahre hat das Gericht nun Zeit, den Fall aufzuklären. 

Nach dem 27. Juli 2020 – also zehn Jahre nach der Katastrophe - kommt jedes Urteil zu spät: 

  • Denn die vorgeworfenen Taten wären dann verjährt.

Gerechtigkeit

Trotz Belästigungsvorwürfen: Alec Baldwin nimmt Dustin Hoffman in Schutz

Bei "Saturday Night Live" wird der Schauspieler Alec Baldwin für seine Trump-Parodie gefeiert. Er spielt den US-Präsidenten als sexistischen und rüpelhaften Dummbatz, manche halten ihn für besser als das Original im Weißen Haus.

Nun hat sich der echte Alec Baldwin zum Thema Sexismus geäußert – und bittet um mehr Verständnis für die Männer.

Konkret geht es um den Schauspielkollegen Dustin Hoffman. Mehrere Frauen werfen Hoffman vor, sie vor rund 30 Jahren sexuell belästigt zu haben.