Bild: Matt Dunham/AP/dpa
Was wir über den Terroranschlag in London wissen – und was nicht
Was ist passiert?

Bei einem Anschlag im Zentrum Londons wurden am Samstagabend sieben Menschen getötet, mindestens 48 weitere wurden verletzt, einige davon schwer. Die Attacke ereignete sich an zwei Orten: Zuerst überfuhren die Angreifer auf der London Bridge mehrere Fußgänger mit einem Lieferwagen. Anschließend verließen sie das Fahrzeug und stachen rund um den Borough Market auf Besucher ein. (BBC)

Die Polizei sprach schon kurz nach der Tat von "terroristischen Vorfällen". Premierministerin Theresa May sagte, es handele sich um einen "schrecklichen Vorfall", der als "potenzieller terroristischer Akt" behandelt würde. (The Guardian)

Was wissen wir über die Attacke?
  • Um kurz nach 22 Uhr Ortszeit (23 Uhr deutscher Zeit) gab es erste Nachrichten, wonach ein weißer Lieferwagen auf der London Bridge im Osten der Stadt in Fußgängergruppen gefahren sei. Augenzeugen berichteten, der Wagen habe sich im Zickzackkurs über die Brücke bewegt und sei dabei mehrmals über den Gehweg gerollt. Er sei mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 Meilen pro Stunde unterwegs gewesen. (The Guardian)
  • Laut Polizei hat der Wagen seine Fahrt danach in Richtung Borough Market fortgesetzt. Dort hätten drei Angreifer das Fahrzeug verlassen und mit Messern auf Besucher eingestochen (The Guardian). Sie sollen auch in Pubs und Restaurants gestürmt sein und dort Menschen angegriffen haben (The Guardian).
  • Drei mutmaßliche Attentäter wurden von der Polizei erschossen. Offenbar trugen sie Sprengstoffwesten-Attrappen. (The Guardian)
  • In der Gegend um die London Bridge gibt es viele Restaurants, Bars und Pubs. Auch der Borough Market, ein bekannter Food Market, ist an Samstagabenden in der Regel gut besucht.
  • Es ist der zweite Anschlag dieser Art innerhalb weniger Monate: Im März hatte ein Mann mehrere Menschen vor dem Parlament in Westminster überfahren; anschließend stach er auf Polizisten ein (bento). Vor knapp zwei Wochen hatte sich außerdem ein Selbstmordattentäter nach einem Ariana-Grande-Konzert in Manchester in die Luft gesprengt und mehr als 20 Menschen getötet (bento).
Was ist noch unklar?
  • Zu den Hintergründen des Attentats gibt es noch keine genauen Informationen. Premierministerin Theresa May sagte aber am Sonntagvormittag, der Anschlag sei nach Manchester und Westminster der dritte islamistische Angriff in Großbritannien innerhalb weniger Monate. Die drei Vorfälle seien zwar "nicht verbunden durch ein gemeinsames Netzwerk", aber durch eine gemeinsame Ideologie, den militanten Islamismus, sagte May. (SPIEGEL ONLINE, The Guardian)
  • Am späten Sonntagabend reklamierte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) den Anschlag in London für sich; Kämpfer des "Islamischen Staates" hätten die Tat ausgeführt (The Guardian). Ob und wenn ja welche Verbindungen die Täter zum IS hatten, ist aber noch unklar. Die britische Polizei versucht derzeit herauszufinden, ob die Angreifer Unterstützer hatten (SPIEGEL ONLINE). Am Sonntag und Montag gab es mehrere Razzien (The Guardian), elf Personen befinden sich derzeit in Haft (SPIEGEL ONLINE).
  • Auch zur Identität der Attentäter ist noch nichts bekannt. Die Londoner Polizei sagte, sie habe die drei Angreifer identifiziert. Die Namen würden veröffentlicht, "sobald es die Ermittlungen erlauben". (BBC)
Was sind die Reaktionen?

Politiker und Regierungschefs auf der ganzen Welt verurteilten den Anschlag und drückten Solidarität mit Großbritannien aus. Londons Bürgermeister, Sadiq Khan, sagte in einer Videobotschaft: "Wir sind heute alle geschockt und wütend – aber das ist unsere Stadt. Wir werden diese Feiglinge niemals gewinnen lassen, und wir werden uns nie einschüchtern lassen vom Terrorismus."

Zahlreiche Parteien unterbrachen ihren Wahlkampf wegen des Anschlags zunächst, darunter die Conservatives von Premierministerin May, die Labour-Partei von Jeremy Corbyn, die Liberal Democrats und die Scottish National Party (SNP). Ukip dagegen wollte weitermachen: Dem Guardian zufolge sagte Parteichef Paul Nuttall zur Begründung, eine Unterbrechung des Wahlkampfs sei "genau was die Extremisten wollen".

Am Montag ging der Wahlkampf dann weiter; die Parlamentswahl soll am Donnerstag, 8. Juni, wie geplant stattfinden. (SPIEGEL ONLINE)

Theresa May hatte bereits am Sonntagvormittag vier Maßnahmen vorgestellt, mit denen Großbritannien auf den Terror reagieren will, darunter die Bekämpfung der islamistischen Ideologie und die Stärkung von Polizei und Sicherheitskräften (SPIEGEL ONLINE).

US-Präsident Donald Trump nutzte den Anschlag, um für seinen Einwanderungsstopp zu werben. Auf Twitter schrieb er in der Nacht: "Wir müssen klug, wachsam und hart sein. Die Gerichte müssen uns unsere Rechte zurückgeben. Wir brauchen den Einreisestopp als ein zusätzliches Sicherheitslevel!"


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