Bild: Christoph Schmidt/ dpa

Eigentlich sollten private Konkurrenten der Deutschen Bahn Beine machen - doch auch der bislang attraktivste Wettbewerber ist vorerst gescheitert: Das Start-up Locomore hat Insolvenzantrag gestellt.

Es sollte nicht alles, aber doch vieles besser werden als bei den bisherigen Versuchen, der Deutschen Bahn im Fernverkehr endlich Konkurrenz zu machen: Locomore-Chef Derek Ladewig brachte Expertise und Leidenschaft mit, allein über Crowdfunding kamen mehrere Hunderttausend Euro zusammen. Die Fahrtzeiten der Züge zwischen Stuttgart und Berlin waren attraktiv.

Und dennoch: Am Ende hat es für das Bahn-Startup nicht gereicht. Zumindest vorerst. Locomore hat am Donnerstag Insolvenzantrag gestellt. Zum Insolvenzverwalter wurde Rolf Rattunde aus Berlin bestellt. Firmengründer Ladewig bestätigte die Informationen auf SPIEGEL-Nachfrage. Die Fahrgastentwicklung der vergangenen Wochen sei positiv, aber am Ende doch nicht positiv genug gewesen. Man habe mehr Luft gebraucht, so Ladewig. 

Erst im Dezember hatte das Unternehmen den Betrieb auf der Fernstrecke Stuttgart-Berlin aufgenommen. Wie es nun weitergeht, entscheidet der Insolvenzverwalter. 

Vorerst sollen die Züge weiter fahren.

Dieser Artikel ist zuerst bei SPIEGEL ONLINE erschienen. 


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