Wie sich Menschen am Tag nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt fühlen

Es sind die letzten Tage vor Weihnachten. Viele von uns haben noch eine Verabredung auf dem Weihnachtsmarkt, wollen ein letztes Mal Glühwein trinken, bevor sich alle in die Feiertage verabschieden. Nach dem Anschlag vom Montagabend am Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg (hier liest du alles zu den Hintergründen) beschäftigt uns die Frage:

Können und wollen wir das jetzt noch?

Die Berliner Polizei hat ihre Polizeipräsenz in der Stadt deutlich erhöht. Bis auf einen Markt in der Kulturbrauerei haben im Laufe des Dienstags alle Weihnachtsmärkte in Berlin geschlossen. Empfohlen hatte das der Berliner Innensenator Andreas Geisel – aus Rücksicht auf die Opfer des Anschlags.

"Ich war vielleicht zwanzig Meter entfernt."
"Weil ich Ärztin bin, dachte ich, dass ich helfen kann und bin hingelaufen."
"Ich habe mich nur darauf konzentriert, wie ich helfen kann und bei einer Frau sofort mit der Wiederbelebung begonnen."
"Ich dachte zuerst, es wäre ein Unfall. Aber bis auf den Lkw habe ich kein anderes Auto gesehen."
"Wir haben heute Abend mit Kollegen Weihnachten gefeiert."
"Danach wollten wir eigentlich über den Weihnachtsmarkt schlendern. Gott sei Dank waren wir gut 20 Minuten zu spät dran."
"Auf der Straße kamen uns Menschen entgegen – aber Panik ist nicht ausgebrochen."
"Alle waren sehr, sehr ruhig."
"Ich wohne in der Nähe und habe sofort Bescheid bekommen. Eine halbe Stunde nach dem Unfall war ich hier."
"Es bot sich ein Bild der Zerstörtheit und Verletztheit."
"Ein Weihnachtsmarkt ist ein Ort der Besinnlichkeit. Ich hoffe, wir können uns trotzdem einen Geist der Offenheit erhalten."
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Deutschlandweit überdenken die Behörden zwar ihre Sicherheitskonzepte – aber außerhalb Berlins blieben alle Weihnachtsmärkte in Deutschland geöffnet.

Wir haben Besucher und Budenbesitzer in der Hamburger Innenstadt gefragt: Wie fühlt es sich an, am Tag nach der Tragödie den eigenen Stand zu öffnen oder über den Weihnachtsmarkt zu schlendern?

Und du?


Gerechtigkeit

So nutzen Rechte die Tat in Berlin für ihre Zwecke
Wir dürfen nicht auf sie hereinfallen.

Ein dunkler Lastwagen ist am Montagabend auf einer Strecke von 60 bis 80 Metern über den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz vor der Berliner Gedächtniskirche gerast. Zwölf Menschen wurden getötet, Dutzende teils schwer verletzt (bento I). Mehr wussten wir lange nicht – und auch wenn die Ermittler mittlerweile von einer terroristischen Tat ausgehen: Die Hintergründe sind nicht aufgeklärt.