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Fliegen, Aufstehen, Fallen: Auf bento beschäftigten wir uns in unseren Storys immer wieder mit den Gefühlen von Menschen.

Wie geht es ihnen mit einer unheilbaren Krankheit? Warum nehmen manche Drogen, warum sind andere abstinent? Wonach sehnt sich der eine, was hat der andere satt? Was ist Glück, was ist Angst?

Es geht tief und ganz weit hoch: Das sind die besten bento-Geschichten des Jahres – zum Nachlesen.

Anja, 28, ist asexuell. "Schon als Teenager habe ich gemerkt, dass ich anders bin", sagt sie. Dann folgte eine lange Zeit, in der Anja sich vielen Fragen stellen musste – und das, obwohl sie selbst so viele hatte. Über eine Frau, die sich immer wieder erklären muss:

Dennis, 22, wird bald sterben. Er ist unheilbar krank, sein Kleinhirn löst sich auf – und er verbringt seine Urlaube in einem Jugendhospiz. Von ihm können wir viel lernen. Zum Beispiel, wie man es schafft, den Humor nicht zu verlieren.

Edith Arnold ist Sexualbegleiterin. Sie streichelt, massiert und befriedigt geistig oder körperlich behinderte Menschen. Über einen wichtigen Job, den viele Menschen noch immer nicht anerkennen:

Martin Schulz, was sagen Sie dazu? Wir treffen den Politiker in Berlin – und sprechen mit ihm über drei Themen: der Umgang mit Rechtspopulisten, die Integration von geflüchteten Menschen und das Leben nach dem Brexit.

Wein macht schön. So könnte man diese Fotos interpretieren: Vier Porträtaufnahmen von Menschen, vor und nach dem ersten Glas Wein, dann nach dem zweiten und schließlich nach dem dritten. Zu sehen sind immer Leute, die sich im Laufe eines Abends verändert – auf ganz unterschiedliche Weise. Die Fotos zum Klicken:

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Und hier der ganze Artikel:

Eltern sind die Besten. Jetzt werden sie alt – vergesslicher, langsamer, anfälliger. Wie kommen wir damit klar, dass sich gerade die Menschen verändern, die uns immer ein Fels in der Brandung waren?

Es ist früh an einem Donnerstagmorgen, als Joachim Gerhards Handy klingelt. Eine WhatsApp von Jonas und Lukas, seinen beiden Söhnen. Es ist die erste Botschaft seit einer Woche – seit Gerhard versucht hat, beide Jungs aus Syrien zurückzuholen. Über einen Vater, der seine Kinder an den IS verliert:

Marcel, 22, lebt im Gefängnis. Vor drei Jahren verurteilten ihn die Richter wegen schwerer gemeinschaftlicher Brandstiftung zu dreieinhalb Jahren Haft in der Jugendanstalt. Seitdem erlebt er den Alltag hinter Gittern – tagein, tagaus.

Wenn Flüchtlinge am Hauptbahnhof in Hamburg ankommen, dann sind sie da: freiwillige Helfer, die sie versorgen, sich kümmern. Manche haben für Monate ein Ehrenamt übernommen – das hat ihr Leben verändert. Wir haben sie begleitet. Die Fotos zum Klicken:

"Ich habe noch nie so viel geheult wie am Hamburger Hauptbahnhof.
Mit den Flüchtlingen habe ich unter der Treppe gepennt, Flüchtlingsgegner haben mir ins Gesicht gespuckt.
Die Zeit hat mich emotional gefickt. Es war wie im Rausch.
Im Dezember waren auf einmal mehr Helfer als Flüchtlinge da. Seitdem stehen wir nicht mehr am Hauptbahnhof.
Erst dann wurde mir bewusst, dass mich die Flüchtlingshilfe fast meine Existenz gekostet hätte.
Ich habe einen eigenen Friseursalon, wenn der Chef ständig weg ist, gibt es natürlich Probleme.
Kämen wieder viele Flüchtlinge an, würde ich sofort erneut zum Hauptbahnhof gehen."
"Ich bin seit zwei Jahren in Deutschland, die Monate am Hauptbahnhof waren die bisher beste Zeit für mich.
Ich war einer der ersten Helfer, habe nur drei oder vier Stunden pro Nacht geschlafen.
Ich stehe noch immer in Kontakt zu anderen Helfern, jeden Freitag treffen wir uns in einer Shisha-Bar.
Am Hauptbahnhof habe ich Freunde gefunden, die mir auch heute noch wichtig sind.
Ich beginne bald ein FSJ im Krankenhaus. Ohne meine Erfahrung am Hauptbahnhof hätte ich den Platz bestimmt nicht bekommen.
Ich werde in der Notaufnahme arbeiten, einen Probetag hatte ich schon. Die Ärzte haben mich gefragt, ob ich Blut sehen kann.
Was sie nicht wissen: Ich komme aus Syrien, habe aber mit meinen Eltern lange in Libyen gelebt, als dort der Bürgerkrieg schon ausgebrochen war.
Dort sah ich Menschen ohne Kopf auf der Straße liegen, habe Verwundete versorgt.
Was genau ich in Libyen erlebt habe, erzähle ich selbst Freunden nicht. Mit Blut habe ich jedenfalls kein Problem."
"Am Hauptbahnhof habe ich gemerkt, wie einfach es ist zu helfen. Wer sich nur Weltfrieden herbeiwünscht, wird nichts verändern.
Am Hauptbahnhof habe ich auch meinen Freund getroffen. Seit neun Monaten sind Ibrahim und ich nun ein Paar.
Wenn ich mit ihm zusammen bin, lerne ich viel über seine Kultur und er über meine. Er hat mir viele Fotos von seinem Leben in Syrien gezeigt.
Vor rund einem Jahr, mitten in der schlimmsten Phase der Flüchtlingskrise, war ich mit meiner Oma und Freunden von ihr in Sachsen wandern.
Einer dieser Freunde, ein älterer Herr, hat sich Sorgen gemacht, weil seine Nichte mit einem Syrer zusammen ist. So wie ich.
In diesem Moment habe ich gemerkt, dass diese Menschen ein ganz komisches Bild von Ausländern haben.
Ich hoffe und glaube, dass meine Generation anders tickt. In meiner Grundschulklasse hatte die Hälfte der Schüler türkische Wurzeln.
Für mich ist es normal, dass hier Frauen mit Kopftuch und Menschen mit schwarzer Hautfarbe herumlaufen.
Wir sind alle Menschen. Wir sind alle unterschiedlich – und doch gleich."
"Für mich hat die Zeit am Hauptbahnhof alles verändert. Ich habe dort unglaublich schnell Deutsch gelernt, weil ich einfach gelabert habe.
An den Gleisen habe ich auch Mina getroffen, jetzt sind wir seit neun Monaten ein Paar.
Ich habe eine Wohnung, einen Job bei H&M – all das wäre ohne die Monate am Hauptbahnhof nicht möglich gewesen.
Vor ein paar Wochen kam ein Syrer zu mir und sprach mich an: 'Ey, du bist doch derjenige, der mir am Hauptbahnhof geholfen hat!'
Ich hatte für ihn übersetzt und ihn zu seiner Unterkunft außerhalb der Stadt gebracht.
Jetzt wohnt er direkt neben mir, die Begegnung war wunderschön. Ich bin richtig glücklich, dass er sich noch an mich erinnert.
Vor einem Jahr kamen diese Menschen hier an und hatten nichts. Jetzt leben sie in einer Wohnung – so wie ich. Das macht mich stolz."
"Meine Heimfahrt werde ich nie vergessen. Ich saß im Zug von Hamburg nach Aarhus, Dänemark.
Gegenüber von mir saß ein Syrer mit seiner zehn Monate alten Tochter. Dem kleinen Mädchen gaben wir eine Banane und eine Flasche Milch.
Zwei deutsche Frauen hatten noch ein paar Kekse. Das Baby trank alles aus und aß auch fast die ganze Banane, so hungrig war es.
Dann fragten die Deutschen den Syrer, wo die Mutter sei. Sie war gestorben, eine Bombe hatte sie getötet.
In diesen Moment fingen wir an zu weinen. Alle gemeinsam: der Syrer, die deutschen Frauen und ich.
Stumm, um das Baby nicht zu beunruhigen. Das war der vielleicht traurigste Moment meines Lebens.
In den vergangenen Monaten habe ich mich besser kennengelernt. Ich weiß nun, wie hart ich arbeiten und was ich erreichen kann.
Meine Abschlussarbeit in Psychologie schaffte ich in der Hälfte der vorgesehenen Zeit. Jetzt arbeite ich für den dänischen Staat – als Flüchtlingshelferin.
Auf Deutschland werde ich mein Leben lang stolz sein. Angela Merkel sagt: Wir schaffen das – Dänemark hingegen hat die Grenze dichtgemacht.
Aber Merkel hat Recht: Die Flüchtlinge brauchen Hilfe, sie haben alles verloren. Und wir werden es schaffen."
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Und hier der ganze Text zum Nachlesen:

Ein kleines Stück Stoff steht für den "Kulturkampf" zwischen dem liberalen Westen und dem konservativen Islam: die Burka. Zumindest in Berlin haben wir allerdings noch keine Frau gesehen, die eine echte afghanisch-pakistanische Burka trägt. Ist das Zufall?

Zum Ende des Jahres 2016 hat Jürgen Domian aufgehört. Nach mehr als zwei Jahrzehnten Seelsorge hat er aufgelegt – und immer wieder betont, dass er es ohne sein Team nie so weit geschafft hätte. Wir haben den Moderator und seine Kollegen für eine Nacht begleitet. Und festgestellt: Der Abschied schmerzt allen.


Gerechtigkeit

Sie feiern Silvester in Köln: Was junge Menschen ein Jahr nach den Übergriffen denken
"Wir werden mit all den herzlichen Menschen feiern, vermutlich am Dom"

Das hätte nicht passieren dürfen. Vor einem Jahr verlor die Polizei die Kontrolle am Kölner Hauptbahnhof, die ohnehin chaotische Situation eskalierte. Schlägereien, Diebstähle und vor allem sexuelle Übergriffe auf Frauen sorgten für Entsetzen und Empörung. Als Täter wurden immer wieder männliche Migranten genannt.

Der Staat lässt seine Bürger mit einem Sex-Mob alleine, es gilt das Recht des Stärkeren – so fühlt sich die Situation für viele in der Silvesternacht an. Das brüllen seitdem immer wieder Rechtspopulisten und Nazis, wenn es um Flüchtlinge geht. Die Politik reagierte: Nach den Übergriffen in Köln wird das Sexualstrafrecht verschärft, auch wegen Köln gibt es neue Einschränkungen im Asylrecht.

Die Kölner Polizei, die so kläglich versagt hat, setzt nun alles daran, dass sich die Ausschreitungen und Übergriffen nicht wiederholen. Es gibt ein neues Sicherheitskonzept, mehr Beamte, mehr Überwachung und der Polizeichef sagt: "Ich verspreche Ihnen, dass Sie sich dort am Dom außerordentlich sicher fühlen können."

Was denken junge Menschen in Köln? Was haben die Übergriffe ausgelöst, fühlen sie sich sicher, wie feiern sie Silvester dieses Jahr? Das haben wir gefragt, hier sind ihre Antworten: