Bild: Ärzte ohne Grenzen
Drei neue Zahlen zur Lage im Mittelmeer

Das nordafrikanische Libyen ist ein Knotenpunkt für viele Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa kommen wollen. Die Europäische Union weiß das – und arbeitet daher mit Milizen in Libyen zusammen, um möglichst viele Schutzsuchende an der Flucht zu hindern.

In Libyen droht den Menschen Folter und Versklavung. Viele kommen ums Leben. In Seenot geratene Flüchtlinge werden trotzdem immer häufiger zurückgebracht, auch wenn das gegen die EU-Menschenrechtskonvention verstößt. (bento

Nun zeigen Zahlen: Noch nie haben es so wenige Flüchtlinge aus Libyen nach Europa geschafft.

Matteo Villa vom italienischen Institut für Internationale Politische Studien (ISPI) hat Daten des UN-Flüchtlingswerks, der Migrationsbehörde IOM und von Menschenrechtlern ausgewertet. 

Er verglich, wie viele Flüchtlinge es zwischen Januar 2016 und Juli 2018 von Libyen nach Europa geschafft haben – und wie viele zurückgebracht wurden oder im Mittelmeer ertranken. Sein Ergebnis: 

  1. Fast drei Viertel aller Flüchtlinge wurden im vergangenen Monat nach Libyen zurückgebracht.
  2. Mehr als fünf Prozent kamen beim Übersetzen ums Leben oder sind verschollen.
  3. Nur jeder vierte Schutzsuchende erreichte Europa.

Anfang 2016 sah das noch anders aus. 

Im Januar gelangten ganze 92 Prozent nach Europa, nur sechs Prozent wurden zurückgebracht. Knapp zwei Prozent kamen ums Leben. 

Vor allem seit Ende 2017 steigt der Anteil der Zurückgebrachten. Im Dezember 2017 und Januar 2018 waren es je etwa ein Drittel, danach sogar die Hälfte all derer, die die gefährliche Überfahrt versucht hatten.

Warum ist das wichtig?

Libyen ist für viele Flüchtlinge ein wichtiger Punkt auf dem Weg in die Sicherheit. Im Land tobt ein Bürgerkrieg, Schlepper nutzen das aus, um Flüchtlinge abzuzocken und auf unsichere Boote zu setzen.

Die EU will dem entgegensteuern – tut das aber vor allem in der Zusammenarbeit mit fragwürdigen Milizen und einer libyschen Regierung, die nur über Teile des Landes herrscht (bento). Seit in Italien eine rechtspopulistische Regierung an der Macht ist, verschärft sich dieser Kurs noch.

Damit ignoriert die EU ihre eigenen Menschenrechtskonventionen: Sie hält Flüchtlinge in ein Land fest, in denen ihnen Folter droht. 

Um mehr über die Sicherheitslage in Libyen zu erfahren, hat bento mit Flüchtlingen und Menschenrechtlern gesprochen, hat libysche und EU-Dokumente ausgewertet und Ärzte-Berichte aus dem Land eingesehen. 

Hier ist das Ergebnis:


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Erkennst du diese Sternbilder?

Zuerst zeigten und erklärten die Eltern einem die Sternbilder am Himmel, später versuchte man, damit beim Schwarm zu punkten: Siehst du, da oben? Der große, der so schön funkelt – und dann die drei kleinen daneben? Ja, genau! Das ist die Andromeda! Und da hinten, da ist der Polarstern.

Und dann wurde geknutscht.