Bild: imago/ Hofer
Es war nur eine Ente!

Es gibt Geschichten, die muss man von ihrem Ente, äh, Ende her erzählen: In Leipzig ist eine gelbe Riesen-Ente wieder aufgetaucht, die Stunden davor noch als vermisst galt. Zahlreiche Medien hatten die Story vom vermeintlichen Diebstahl der vielleicht bekanntesten Ente Leipzigs bereits aufgegriffen:

  • "Wer macht denn sowas? Leipziger Opern-Ente geklaut" (Bild)
  • "Zeugen gesucht: Ente der Leipziger Oper vom Augustusplatz gestohlen" (Leipziger Volkszeitung)
  • "Das darf doch nicht wahr sein! Diebe klauen Leipziger Opern-Ente" (Tag24)

Auslöser für die Medienberichte war eine Polizeimeldung, laut der die Ente, Achtung Wortspiel, "ente-wendet" wurde. Die Oper habe bereits Anzeige erstattet. Weiter hieß es:

Die Polizei sucht Zeugen, denen im Tatzeitraum Personen aufgefallen sind, die die abgebildete Ente wegtrugen oder sich am Tatort auffällig verhielten. Wer hat die Ente nach dem 4. August 2018 gesehen? Wem wurde die Ente zum Handel oder Kauf angeboten?
Bericht der Polizei Leipzig vom 9. August

Für die Lokalmedien war die Vermisstenmeldung eine Steilvorlage. Viele Leipziger kennen die gelben Riesen-Enten, die meist in einem großen Springbrunnen auf dem zentralen Augustusplatz montiert sind. Dort werben sie bereits seit langem für die nahegelegene Oper – und sind ein beliebtes Fotomotiv. Dementsprechend wurden die Meldungen vom Diebstahl einer der Enten innerhalb weniger Stunden mehrere Hundert Male geteilt. 

Blöd nur: Die Ente war nie geklaut worden. 

Bereits am Abend meldete die Polizei, dass die vermisste Ente wieder aufgetaucht sei, wollte die Hintergründe aber nicht verraten. Statt Aufklärung gab es einen Cliffhanger: 

Offenbar hatten auch die Polizeibeamten in Leipzig verstanden, wie sich Nachrichten in den sozialen Netzwerken verbreiten. In der Vergangenheit hatte das immer wieder für mindestens Stirnrunzeln gesorgt (bento). Am Freitagmorgen folgte dann die Aufklärung:

  • Unbekannte hatten die Ente abmontiert und in die Mitte des Brunnens platziert,
  • Mitarbeiter der Stadtreinigung Leipzig hatten sie dort entdeckt und mitgenommen.
  • Wegen der Sommerpause konnte die Oper Leipzig jedoch nicht erreicht und informiert werden.

Inzwischen ist klar, dass es der Ente gut geht. Sie soll nach einer kleinen Reparatur bald wieder in den Springbrunnen auf dem Augustusplatz gebracht werden. Die Leipziger Volkszeitung titelte bereits: "Happy Ent!" – oder wie man in Sachsen sagt:

Ente gut, alles gut.


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