In der aktuellen Ausgabe der US-Late-Night-Show "Last Week Tonight mit John Oliver" ging es mal nicht um Donald Trump und die USA, sondern um Frankreich: Am Sonntag findet dort die erste Runde der Präsidentschaftswahl statt.

Wenn ihr euch jetzt fragt: Warum sollte mich das interessieren? – Die Wahrheit ist: Das ist viel wichtiger, als ihr denkt.
John Oliver

In knapp 18 Minuten bringt er auf den Punkt, was gerade in Frankreich los ist – und warum das wichtig ist. Natürlich garniert mit ein paar Witzen über Schnecken, Baskenmützen und Crêpes.

Wir haben die wichtigsten Zitate herausgesucht:
  • "Das Schicksal der EU könnte an dieser Wahl hängen." Damit fasst John Oliver gleich zu Beginn zusammen, warum die Wahl in Frankreich nicht nur die Franzosen angeht. "Mehrere Kandidaten unterstützen einen französischen Brexit und die Konsequenzen dessen wären happig."
  • Oder wie es der französische US-Botschafter im Einspieler sagt: "Wenn Frankreich draußen ist, ist das das Ende der EU und das Ende der Eurozone."

Danach konzentriert sich John Oliver auf die vier wichtigsten Anwärter auf das Amt des Präsidenten: François Fillon, Jean-Luc Mélenchon, Emmanuel Macron und Marine Le Pen. Über Le Pen sagt er Folgendes:

  • Sie sei "der Hauptgrund", warum wir uns für die Wahl interessieren sollten.
  • Sie habe den Front National, ihre Partei, "auf gefährliche Art und Weise normalisiert."
  • Es sei frustrierend, von Amerika aus den französischen Wahlkampf zu betrachten: "Es fühlt sich ein bisschen an wie ein Déjà-vu." 
  • Denn Marine Le Pen sei Donald Trump in vielen Punkten sehr ähnlich: Beide seien "möglicherweise destabilisierende Populisten", bedienten sich einer "Anti-Einwanderer-Rethorik" und schürten den "Zorn gegen Eliten". 
  • Und genau wie bei Trump würden so gut wie alle Experten sagen, dass Le Pen am Ende nicht gewählt werde. Er wäre nicht so zuversichtlich, sagt John Oliver, vor allem weil Umfragen zeigen würden, "dass sich diesmal etwa ein Drittel der französischen Wähler enthalten könnten".

Allerdings: Olivers Ausführungen wirken, als sei sicher, dass Emmanuel Macron und Marine Le Pen in die Stichwahl einziehen. Dabei liegen die Kandidaten in den Umfragen aktuell eng beisammen; der Ausgang der Wahl am kommenden Sonntag ist unsicher wie nie. Nicht zuletzt dank des rasanten Aufstiegs von Jean-Luc Mélenchon, dem Kandidaten der radikalen Linken.

Am Ende versucht John Oliver, die Franzosen davon zu überzeugen, "diese Wahl nicht auszusitzen", sondern ihre Stimme abzugeben – und zwar nicht für Le Pen:
  • "Ihr in Frankreich liebt nichts mehr, als euch so zu benehmen, als wäret ihr besser als Großbritannien und Amerika. Jetzt ist eure Chance, das zu beweisen."
  • Briten und Amerikaner hätten mit Brexit und Trump eine populistische, fremdenfeindliche Wahl getroffen – und es laufe nicht so gut. "Stellt euch nur vor, wie überlegen ihr euch fühlen könnt, wenn ihr nicht den gleichen Fehler macht wie wir."
  • Und zum Schluss sagt er, in rührend-akzentvollem Französisch:
Britain and America fucked up. Don’t fuck up, too.

Gerechtigkeit

"Es ist ein Albtraum"
Wir haben mit Erdogan-Gegnern über die Protestnacht und die Manipulationsvorwürfe gesprochen.

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