Bild: Screenshot Jimmy Kimmel Live
"Die Waffenlobby hat ihre Eier in einer Geldklammer"

US-Moderator Jimmy Kimmel ist eigentlich einer der Spaßvögel des Late-Night-Fernsehens. Doch immer öfter bricht er mit seiner Rolle und richtet sich emotional und aufgelöst an seine Zuschauer. Nachdem am späten Sonntagabend ein Schütze in Las Vegas, Kimmels Heimatstadt, das Feuer auf Konzertbesucher eröffnete und dabei mindestens 59 Menschen starben und Hunderte verletzt wurden, spricht der Moderator deutlich zur Politik und Waffenlobby. 

​Ich will, dass das hier eine Comedy Show ist. Ich will nicht über solche Sachen reden, ich will Lachen. Aber es wird immer schwerer. Als hätte jemand ein Tor zur Hölle geöffnet.

Der Schütze von Las Vegas feuerte vom 32. Stockwerk des Hotels Mandalay Bay Resort aus, an der berühmten Casino-Meile, auf Besucher eines Country Festivals. Seit vergangenen Donnerstag soll er bereits ein Zimmer bewohnt haben, bis zu 20 automatische Gewehre seien darin gelagert gewesen (New York Times).

"Und hier sind wir wieder. Die größte Massenschießerei in der modernen US-Geschichte, eineinhalb Jahre nach der letzten größten Massenschießerei. Als Resultat davon haben wir heute Morgen Kinder ohne Eltern, Väter ohne Söhne, Mütter ohne Töchter.

Wir haben zwei Polizisten verloren, eine Krankenschwester, einen Lehrer für lernbehinderte Kinder. All das, weil ein Mann einfach so automatische Waffen kaufen konnte. Solche braucht man nicht zur Selbstverteidigung, sondern, um in kurzer Zeit eine große Menge von Menschen zu töten.

Es geht hier um den gesunden Menschenverstand. Man sollte keine Waffen zulassen, mit denen ein einziger Mann 590 Menschen auf einem Konzert verletzen oder töten kann."

Immer wieder ringt der Moderator mit den Tränen. Doch sein Schock und seine Trauer schlagen um – in Wut und Fassungslosigkeit:

"Die Leute schreiben: 'Das ist schrecklich, aber da können wir nichts machen.' Aber das stimmt nicht. Es gibt eine Menge zu tun. Wir tun es nur nicht.

Wenn uns jemand mit einem Bart angreift, dann überwachen wir Telefone, wir erlassen Reisesperren und ergreifen jede mögliche Vorkehrung, damit das nicht wieder passiert. 
Aber wenn ein Amerikaner Waffen kauft und uns angreift, dann gibt es auf einmal nichts, was wir tun können. Aber das liegt wohl am zweiten Verfassungszusatz. Unsere Vorväter wollten offenbar, dass wir alle eine AK47 haben.

Ich sage euch, was passieren wird: Wir werden für Las Vegas beten, manche werden sich engagieren, andere nicht. Gesetze werden geschrieben, verwässert, scheitern, die Waffenlobby wird sie mit Geld ersticken und nach einiger Zeit wird das alles wieder passieren. Und wieder." 

Viele Republikaner, wie Mehrheitsführer Mitch McConell und Senatssprecher Paul Ryan, würden nun publikumswirksam ihre Trauer bekunden und beten, sonst aber nichts tun, "weil die Waffenlobby ihre Eier in einer Geldklammer hat".

Sie sollten zu Gott beten, dass er ihnen vergibt, weil sie die NRA unser Land regieren lassen.
Jimmy Kimmel

Jimmy Kimmel kritisiert die Politiker und die National Rifle Association (NRA), Amerikas größte Interessengruppe für Schusswaffen, die sich gegen härtere Waffengesetze aussprechen und sie blockieren. Obwohl laut Kimmel 89% der Republikaner und Demokraten dagegen waren, hätte Präsident Donald Trump im Februar ein Gesetz unterschrieben, das es Menschen mit psychischen Krankheiten einfacher macht, Waffen zu kaufen. 

Bei allem Respekt: Ihre Gebete reichen nicht aus.
Jimmy Kimmel
Hier kannst du die emotionale Ansprache komplett sehen: 

Gerechtigkeit

Diese Frau will die SPD revolutionieren
Hohe Energie?

Keine Antwort. Wochenlang. Das war die Reaktion eines hochrangigen SPD-Politikers auf die E-Mail von Verena Hubertz. Dabei wollte sie ja nur helfen, sich austauschen. Der Politiker hatte ein Interview gegeben, über Digitalisierung gesprochen. Da kenne ich mich aus, dachte Hubertz, heute 29. Sie ist erfolgreiche Gründerin, führt ein Start-Up namens "Kitchen Stories", das Rezepte per App zur Verfügung stellt.

Und sie ist bis heute erschrocken darüber, wie mit ihr umgegangen wurde: