Bild: dpa/Ronny Hartmann

Am Sonntag wurden in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt neue Landtage gewählt. Überall war die Flüchtlingsfrage das Hauptthema. Die Wahlbeteiligung lag in allen drei Ländern deutlich höher als bei den vergangenen Wahlen 2011.

1. Die AfD kann sich als Partei etablieren

Die Rechtspopulisten schafften den Einzug in alle drei Landtage und haben somit nun Vertreter in insgesamt acht Landesparlamenten. Am stärksten Schnitt die AfD in Sachsen-Anhalt ab: Mit 24,2 Prozent der Stimmen wird sie dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge zweitstärkste Partei hinter der CDU (29,8 Prozent). In Baden-Württemberg liegt die AfD demnach mit 15,1 Prozent vor der SPD (12,7 Prozent), in Rheinland-Pfalz kommt sie auf 12,6 Prozent.

2. Winfried Kretschmann behauptet seinen Ministerposten in BaWü

Im einst schwarzen Ländle verweisen die Grünen (30,3 Prozent) die CDU (27,8 Prozent) laut dem vorläufigen Endergebnis erneut auf die Ränge. Der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird damit im Amt bestätigt, für eine Fortsetzung seiner Koalition mit der SPD (12,7 Prozent) reicht es aber nicht.

3. Julia Klöckner ist in Rheinland-Pfalz gescheitert

In Mainz kommen die Christdemokraten um Klöckner auf 31,8 Prozent, die SPD von Ministerpräsidentin Malu Dreyer holt allerdings 36,2 Prozent. Klöckner hatte im Vorfeld versucht, mit einer härteren Asylpolitik Stimmen zu holen.

4. Die Große Koalition in Sachsen-Anhalt ist zu Ende

In Magdeburg wurde die Regierung bislang schwarz-rot geführt. Doch durch den großen Erfolg der AfD schmilzen die Stimmanteile der SPD auf 10,6 Prozent. Bei der vergangenen Wahl 2011 hatte sie noch 21,5 Prozent erreicht. Obwohl sich die CDU (29,8 Prozent) halten konnte, fehlt für eine Regierungsbildung eine klare Mehrheit.

5. Außer im Ländle sind die Grünen der große Wahlverlierer

Dem großen Erfolg in Baden-Württemberg folgen herbe Niederlagen in den beiden anderen Ländern. Hier mussten die Grünen um den Einzug in den Landtag zittern – am Ende schafften sie es sowohl in Sachsen-Anhalt (5,2 Prozent) als auch in Rheinland-Pfalz (5,3 Prozent) knapp über die Fünf-Prozent-Hürde.

6. Die Wahlbeteiligung zeigt: Das war ein Superwahltag

Die Flüchtlingsfrage mobilisierte die Menschen, viele sind am Schicksal der Republik interessiert – sei es mit nationalem Antrieb oder mit freiheitlichem. In Baden-Württemberg lag die Wahlbeteiligung laut Wahlleitung bis 14 Uhr bei rund 35,5 Prozent (fünf Prozent mehr als 2011, in Rheinland-Pfalz bei 56 Prozent (plus 13 Prozent zu 2011) und in Sachsen-Anhalt bei 35,4 Prozent (sieben Prozent mehr als 2011). (SPIEGEL ONLINE)

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