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In Bayern wird heute gewählt. 9,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Das Ergebnis wird mit großer Spannung erwartet, denn es könnte einen Paukenschlag geben: Die CSU steht vor einem Desaster, während sich besonders die Grünen über gute Umfragewerte freuen können. Alles, was am Wahltag geschieht, findest du hier im Newsblog.

Außerdem zeigen wir Ausschnitte aus unserem WhatsApp-Chat zur Bayernwahl mit Lukas Fitz, Mitglied des Landesvorstands von "Die Partei".

21.24 Uhr – Das war's für heute

Damit beenden wir unseren Newsblog für heute. Frische Neuigkeiten zur Bayernwahl und ihren Auswirkungen gibt's morgen wieder bei bento.

21.06 Uhr – So sieht es übrigens in München aus

Die Zahlen sind nur ein Zwischenergebnis – aber sie zeigen, wie stark die Grünen in den Städten punkten konnten. Insgesamt liegt die Partei in München derzeit bei 30,9 Prozent. Im Stimmkreis Mitte, in dem auch Spitzenkandidat Ludwig Hartmann antrat, lassen sie alle Parteien weit hinter sich zurück.

20.55 Uhr – Wahlbeteiligung so hoch wie seit 36 Jahren nicht

20.46 Uhr – Seehofer bevorzugt Koalition mit Freien Wählern

"Man sollte mit allen demokratischen Kräften reden. Auch meine Priorität wäre eine Koalition mit den Freien Wählern, wenn sie denn möglich ist", sagte Seehofer am Sonntagabend im Bayerischen Rundfunk. Zuvor hatte bereits Ministerpräsident Markus Söder erklärt, seine klare Priorität sei ein "bürgerliches Bündnis". 

20.16 Uhr – Der aktuelle Stand der Hochrechnungen

19.53 Uhr – Tritt Seehofer zurück?

CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer ist nach der Niederlage bei der Landtagswahl in Bayern bereit zu einer Diskussion über personelle Konsequenzen. "Da können wir gerne drüber diskutieren", sagte Seehofer am Sonntagabend im ZDF. Er werde das jedoch nicht an diesem Abend tun. "Natürlich habe ich als Parteivorsitzender auch Mitverantwortung für dieses Wahlergebnis." Darum sei klar, dass auch über ihn diskutiert werde. 

Für die Niederlage gebe es aber zahlreiche Gründe. Es gebe Ursachen in Berlin und welche in München. Die Position in der Zuwanderungspolitik habe man aber gemeinsam bestimmt, stellte Seehofer klar. Die CSU müsse sich Gedanken darüber machen, warum sie in Großstädten so schwach und bei ökologischen Themen nicht überzeugend genug sei.

19.37 Uhr – Auch die Grünen wollen regieren

Spitzenkandidatin Katharina Schulze sagte, die Grünen seien "natürlich" bereit, Verantwortung "für dieses schöne Land zu übernehmen". "Ich selber bin ja auch nicht in die Politik gegangen, um in Schönheit am Spielfeldrand zu sterben, sondern um Gesellschaft zu verändern", sagte sie am Sonntagabend.

19.02 Uhr – SPD-Spitzenkandidatin sieht Partei vor schwerem Weg

Das Ergebnis der SPD wurde mehr als halbiert – auf nur 9,6 bis 9,9 Prozent kommt sie laut Hochrechnungen. "Das wird ein langer, harter Weg, uns da wieder herauszuarbeiten», sagte Natascha Kohnen, Spitzenkandidatin der SPD am Sonntagabend in München. Sie habe gespürt, dass viele Menschen "unglaubliche Skepsis" zur Sozialdemokratie hätten. Es gehe nun darum, den Glauben an die SPD wieder herzustellen. 

18.45 Uhr – Markus Söder sieht den Regierungsauftrag bei sich

Als stärkste Partei habe die CSU einen "klaren Regierungsauftrag" erhalten. "Diesen Auftrag nehmen wir an", sagte er in München vor Anhängern. Es sei aber kein einfacher Tag für die Partei, denn die CSU habe "kein gutes Ergebnis" erzielt. "Wir nehmen es an mit Demut und werden daraus Lehren ziehen müssen." Auf den letzten Metern vor der Wahl habe seine Partei mit großem Engagement gekämpft.

18.34 Uhr – Freie Wähler fordern CSU zu Koalitionsverhandlungen auf

Der Spitzenkandidat der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, hat die CSU zu Koalitionsverhandlungen mit seiner Partei aufgerufen. "Ich würde den Herrn Blume doch bitten, jetzt langsam zu einer Entscheidung zu kommen", sagte Aiwanger nach Bekanntgabe der ersten Prognosen am Sonntagabend zum CSU-Generalsekretär Markus Blume. "Die sollen sich bei uns melden."

18 Uhr - Prognose sieht knappe Mehrheit für CSU und Freie Wähler

Mehr über die hohe Wahlbeteiligung und die ersten Prognosen hier in unserer Meldung:

17.13 Uhr – Hohe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab 

In den vier größten Städten Bayerns gaben bis 16 Uhr mehr Wähler ihre Stimme ab als bei der letzten Landtagswahl 2013 (tagesschau.de):

  • München: 62,6 Prozent (+7,5 Prozent)
  • Nürnberg: 55 Prozent (+7,9 Prozent)
  • Augsburg: 49,6 Prozent (+10,8 Prozent)
  • Regensburg: 44,8 Prozent ohne Briefwähler (+16,3 Prozent)

16.42 Uhr – Für Koalitionsverhandlungen ist in Bayern nicht so viel Zeit

Nach der Bundestagswahl 2017 gab es fast sechs Monate lang keine neue Regierung, weil sich die Parteien nicht einigen konnten. In Bayern ist das überhaupt nicht möglich: Wird nach 50 Tagen kein neuer Ministerpräsident gewählt, muss es Neuwahlen geben. 

15.58 Uhr – CDU-Vize Bouffier kritisiert die CSU scharf

In zwei Wochen wird auch in Hessen ein neuer Landtag  gewählt. In den Umfragen sieht es nicht danach aus, als könnte die aktuelle schwarz-grüne Regierung fortgeführt werden. Ministerpräsident Volker Bouffier sieht die Schuld daran bei der CSU: "Die CSU war leider in den letzten Monaten für das Ansehen der Union insgesamt nicht besonders hilfreich", sagte er der Welt am Sonntag.

Die Partei habe der Union in der letzten Zeit viel Vertrauen gekostet. Man könne nicht über Monate den Eindruck erwecken, dass vieles durcheinander geht und die Regierung nicht handlungsfähig ist, und dann erwarten, dass die Leute der Union vertrauen, so der Vizevorsitzende der CDU.

15.33 Uhr – Richter Alexander Hold könnte nach der Wahl im Landtag sitzen

Neben Barbara Salesch war er wohl Deutschlands bekanntester TV-Richter: Alexander Hold tritt bei der Wahl in Bayern für die Freien Wähler an. Als Spitzenkandidat im Bezirk Schwaben hat er durchaus gute Chancen, nach der Wahl im Landtag zu sitzen. (Augsburger Allgemeine)

15.09 Uhr – In den großen Städten höhere Wahlbeteiligung als 2013

Für München wurde die Wahlbeteiligung bis 14 Uhr einschließlich der Briefwähler mit 54,6 Prozent angegeben – 2013 waren es zu diesem Zeitpunkt 49,7 Prozent. In Augsburg lag die Wahlbeteiligung bis 12 Uhr bei 24,4 Prozent, vor fünf Jahren waren es nach Angaben der Stadt zu dieser Zeit erst 16,7 Prozent. Briefwähler sind hierbei nicht berücksichtigt. 

Auch in Ingolstadt gingen bislang mehr Menschen zur Wahl:

14.52 Uhr – Grüner Bürgermeister Boris Palmer provoziert mit Facebook-Post

"Merkel und Seehofer stellen Ämter zur Verfügung", heißt es in einem Post von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Damit solle die CSU noch eine Chance erhalten, die Wahl noch zu gewinnen. Als Quelle nennt er die Nachrichtenagentur dpa – diese stellt jedoch klar: nicht wahr. Was Palmer mit dem Post bezwecken will und ob er wirklich von ihm selbst verfasst wurde, bleibt unklar.

14.43 Uhr – WhatsApp-Chat: Was macht eigentlich die AfD?

14.25 Uhr – Schlangen an den Wahllokalen

Mehrere Nutzerinnen und Nutzer melden auf Twitter Wartezeiten an den Wahllokalen – und das offenbar nicht nur in München. "Sowas gab's bei uns im Dorf noch nie", schreibt eine.

14.04 Uhr– WhatsApp-Chat: Waren junge Leute im Wahlkampf überhaupt ein Thema?

13.49 Uhr – Welche Koalitionen in Bayern möglich wären

In den letzten Umfragen steht die CSU bei nur 34 Prozent, die Grünen kommen auf 19 Prozent. Dahinter folgt die SPD mit weitem Abstand. So gut wie sicher ist: Die CSU kann nicht weiter allein in Bayern regieren. Diese Möglichkeiten gibt es wahrscheinlich nach der Wahl:

  • CSU-Grüne: Die bayerischen Grünen wollen regieren, soviel ist klar – eine Koalition mit der CSU könnte aber schwierig werden. CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer hatte die Koalition sogar ausgeschlossen. 
  • CSU-Freie Wähler(-FDP): Freie Wähler und CSU, das geht in Bayern gut zusammen. Es ist aber nicht sicher, ob es dafür reicht. Der Einzug in den Landtag der FDP ist nicht sicher – sollten sie ihn schaffen, dann hätte die mögliche Zweier-Koalition wohl keine Mehrheit. Dafür aber könnte die FDP mit ins Boot springen. Die hat schließlich schon 2008 bis 2013 mit der CSU regiert.
  • Grüne-SPD-Freie Wähler-FDP: Schon bei der Wahl vor zehn Jahren gab es diese Möglichkeit der Regierung ohne die CSU, wurde aber schnell wieder verworfen. Auch in diesem Jahr bleibt die Konstellation unwahrscheinlich. Ministerpräsident Markus Söder hat offenbar Angst vor dieser Möglichkeit: In einem Facebook-Video warnte er vor dieser Koalition.

12.45 Uhr – Banksy schreddert die CSU-Wahlergebnisse

12.21 Uhr – Etwas höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren

In München lag die Wahlbeteiligung nach Angaben der Stadt um 10 Uhr bei 35 Prozent – einschließlich der Briefwähler. Bei der Landtagswahl 2013 hatte die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt etwas darunter gelegen, bei 33,3 Prozent mit Briefwählern. 

In der zweitgrößten Stadt, Nürnberg, wurde die Wahlbeteiligung inklusive der Briefwähler bis 10 Uhr mit 10,9 Prozent angegeben – 2013 waren es zu diesem Zeitpunkt 8,6 Prozent. 

Insgesamt lag die Wahlbeteiligung damals am Ende bei 63,6 Prozent. (Statista)

11.44 Uhr – Grünen-Spitzenkandidaten Katharina Schulze wählt in München

Die Sneaker schauen hinter der Wahlkabine hervor: Katharina Schulze, mit Ludwig Hartmann gemeinsame Spitzenkandidatin der Grünen, hat in München ihre Stimme abgegeben. 

10.51 Uhr – Ministerpräsident Markus Söder bei der Stimmabgabe in Nürnberg

Der Ministerpräsident ging in seiner Heimatstadt zur Wahl, begleitet von zahlreichen Kameras. "Jetzt heißt es abwarten und erholen, Ruhe und Kraft genießen", sagte Söder. Bevor er am Nachmittag nach München fahre, werde er "jetzt spazieren gehen". Auf die Frage, ob er sich vor dem Ergebnis fürchte, betonte er: "Wir haben alles gemacht, gekämpft."

Mit Material von dpa

Nachtrag, 17. Oktober: In einer füheren Version des Artikels berichteten wir unter Berufung auf eine Prognose des ZDF, dass die Grünen in den Großstädten am besten abschnitten. Dies ist nicht der Fall, tatsächlich führt dort die CSU. Wir haben die entsprechende Stelle gestrichen.


Today

Hochrechnung in Bayern: CSU stürzt ab – kann aber weiter regieren
Zusammen mit Freien Wählern reicht es wahrscheinlich.

Die Alleinregierung der CSU in Bayern ist beendet. Laut der aktuellen Hochrechnung der ARD (Stand: 19.57 Uhr) zufolge kommt die Partei von Ministerpräsident Markus Söder auf nur 37,3 Prozent – ein Minus von 10,4 Prozent gegenüber der letzten Landtagswahl 2013. Die Grünen sind der große Gewinner des Abends: Sie kommen demnach auf 17,8 Prozent – mehr als 9 Prozent zugelegt haben sie. 

Die Hochrechnung im Überblick:

  • CSU: 37,3 Prozent (-10,4 Prozent)
  • SPD: 9,5 Prozent (-11,1 Prozent)
  • Grüne: 17,8 Prozent (+9,2 Prozent)
  • FDP: 5,0 Prozent (+1,7 Prozent)
  • Linke: 2,9 Prozent (+0,8 Prozent)
  • Freie Wähler: 11,6 Prozent (+ 2,6 Prozent)
  • AfD: 10,7 Prozent (+10,7 Prozent)
  • Sonstige: 5,2 Prozent (-3,5 Prozent)

Positiv war in jedem Fall die Wahlbeteiligung: Sie lag demnach bei 71,6 Prozent. Das wäre das höchste Ergebnis seit 1982. Bei der letzten Wahl vor fünf Jahren war sie noch bei 63,6 Prozent gelegen. (Statista)

Wie kann die CSU weiter regieren?

Für eine Koalition mit den Freien Wählern reicht es nach diesen Zahlen knapp. Verpasst die FDP den Einzug in den Landtag, wächst wohl auch die Mehrheit von CSU und Freien Wählern. Schwarz-Grün hätte eine deutliche Mehrheit.