November. Regen. Gemütlichkeit. Du liegst auf dem Sofa, ziehst die Decke über dich, trinkst einen Tee – und willst einfach mal wieder ein gutes Buch lesen. Wir helfen dir bei der Entscheidung und empfehlen Bücher, die du an einem Nachmittag fertig lesen kannst. Doch ihr Inhalt wird dich noch länger beschäftigen.

Nadin: "Ein geschenkter Tag" von Anna Gavalda 

Auf 128 Seiten erzählt Anna Gavalda von einem Roadtrip. Die Geschwister Lola, Simon und Garance wollen eigentlich zu einer Hochzeit auf dem Land in Frankreich. Wie das bei Familienfesten aber so ist: Schon auf der Fahrt kommt es zum Streit mit der nervigen Schwägerin. Kurzerhand schwänzt das Trio die Hochzeitssause und macht sich auf den Weg zum Bruder, der es nicht zur Hochzeit geschafft hatte. 

Statt Smalltalk am Kuchenbuffet mit Tante Emmi verbringen die vier Geschwister ein Wochenende voller Kindheitserinnerungen.

Anna Gavalda schafft es, leichtfüßig das Kindheitsgefühl zu beschreiben, wenn Geschwister gemeinsam etwas aushecken. Jetzt sind die Protagonisten erwachsen, wohnen nicht mehr zusammen – die Sehnsucht nach der gemeinsamen Kindheit ist aber geblieben. Wer Geschwister hat, wird nachvollziehen können, wie sehr sich die Charaktere über den gemeinsamen geschenkten Tag im Erwachsenenalter freuen.

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Katharina: "Birthday Girl" von Haruki Murakami

Es gibt kurze Begegnungen, die wir ein Leben lang nicht vergessen. Ein tiefgründiges Gespräch mit dem Großvater, ein inspirierendes Konzert, ein Sonnenuntergang im Urlaub. Manchmal schließen wir die Augen und erinnern uns daran zurück – plötzlich fangen wir wieder an zu lächeln. 

Bei der Hauptfigur in Haruki Murakamis "Birthday Girl" ist dieser unvergessliche Moment ein Gespräch mit ihrem Chef. Er fordert sie auf, einen Wunsch zu äußern – egal welchen, er könne ihn erfüllen. Aber: Einmal ausgesprochen, gäbe es kein Zurück mehr. 

Diese 80 Seiten lassen uns darüber nachdenken, was Glück für uns bedeutet, was wirklich wichtig ist. Oft genug vergessen wir das, dieses Buch erinnert uns wieder daran. 

Du stehst im Supermarkt und plötzlich merkst du, wie die Angst in dir hochkriecht. Das Herz schlägt immer schneller, du hyperventilierst, alles dreht sich, und du willst nur noch weg. Für Nicholas Müller ist das jedes Mal ein bisschen so, als würde er sterben.

Zehn Jahre lebte der ehemalige Sänger von Jupiter Jones mit einer Angststörung. Er hatte Panikattacken, manchmal drei an einem Tag, bis er nicht mehr konnte. Nicholas brach zusammen und musste feststellen: Das ist nicht normal, ich habe ein Problem. Es folgten Arzt- und Klinikbesuche, Rückblicke und Gespräche.

Stück für Stück beschreibt der Sänger, wie er lernte, die Krankheit zu erkennen und mit der Angst und den Panikattacken zu leben. Sein Buch zeigt, wie wichtig es ist, offen und ehrlich über psychische Krankheiten zu sprechen.

"Sieben Nächte" von Simon Strauss
(Bild: Aufbau Verlag)

Der junge Mann in "Sieben Nächte" steht kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag. Der Tag, der sich für manche Menschen wie ein unsichtbares Tor zur Frührente anfühlt. Wer dreißig ist, hat verloren. Spätestens dann ist das Leben vorbei – denn alles, was folgt, sind Hochzeit, Eigenheim und Pauschalurlaub. Und das will ja nun wirklich niemand, denkt jedenfalls der Protagonist. 

Und während er sich in Angst und Selbstmitleid suhlt, ergibt sich für ihn eine Möglichkeit, dieser grausigen Zukunft noch einmal von der Schippe zu springen: In sieben Nächten soll er um sieben Uhr einer der sieben Todsünden begegnen.

Marc: "We should all be feminists" von Chimamanda Ngozi Adichie

Feminismus geht uns alle an. Wer nun an schwere Uni-Vorträge, kratzige Essays oder wütende Streitschriften denkt, kann aufatmen: Denn zum Glück gibt es Chimamanda Ngozi Adichie. Die nigerianische Schriftstellerin bezeichnet sich als Feministin und ist selbst von vielen Debatten und Schachtelsätzen rund um das Thema genervt. Also geht sie es locker an. Und schreibt so darüber, dass wir es alle verstehen.

"We should all be feminists" ist ein kurzweiliger, nie belehrender und trotzdem lehrreicher Appell für mehr Gleichberechtigung. Das Buch ist ein leicht umgeschriebener TED-Talk. Das merkt man dem Text auch an.

Adichie zählt einerseits Negativ-Erlebnisse auf, liefert aber auch Ideen und Lösungsansätze für ein besseres Miteinander. Das macht das Buch für Männer wie für Frauen spannend. Und hellt selbst den düstersten Herbstnachmittag auf.


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Der Dresdner Weihnachtsmarkt wird in diesem Jahr auch auf Arabisch beworben
Gefällt nicht jedem.

Der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands ist der Dresdner Striezelmarkt. Er erstreckt sich durch die gesamte Dresdner Innenstadt und gehört zu den bekanntesten Weihnachtsmärkten in Deutschland. 

Und darüber hinaus: Seit Jahren kommen Gäste aus aller Welt, um hier ihren Glühwein zu trinken, Stollen zu essen oder Schwippbögen aus dem Erzgebirge zu kaufen. 

In diesem Jahr wird der Striezelmarkt nun erstmals mit Flyern auf Arabisch, Persisch und Tigrinya, einer Sprache aus Eritrea, beworben.