Die Massentötung männlicher Küken ist weiterhin erlaubt. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster am Freitag entschieden. (SPIEGEL ONLINE)

Beim sogenannten Kükenschreddern werden männliche Tiere kurz nach der Geburt in einen Häcksler geworfen. Der Grund: Die Tiere sind für Züchter nahezu wertlos, da sie später keine Eier legen und auch nicht viel Fleisch ansetzen. Viele Küken werden auch vergast.

Das OVG hat nun beschlossen, dass die Tötung der Jungtiere nicht gegen das deutsche Tierschutzgesetz verstößt. Ein Erlass der nordrhein-westfälischen Landesregierung hatte die umstrittene Praxis 2013 verbieten wollen. Landesweit hatten daraufhin elf Brütereien dagegen geklagt.

Mit welcher Begründung ist das Kükenschreddern erlaubt?

Das Tierschutzgesetz erlaubt das Töten von Tieren, wenn dafür ein vernünftiger Grund vorliegt. Dieser Grund ist laut OVG gegeben: Die Aufzucht der ausgebrüteten männlichen Küken sei für die Brütereien mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand verbunden. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland schätzungsweise 48 Millionen männliche Küken getötet (SPIEGEL ONLINE).

Wie kann man die Tötung nun verhindern?

Die Bundesregierung hofft auf ein Verfahren, dass es Tierzüchtern ermöglicht, das Geschlecht des Huhns noch vor dem Schlüpfen zu erkennen. Eier mit männlichen Embryonen könnten so vernichtet werden, bevor das Tier geboren wird – also bevor Leben entsteht. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) will die Methode am besten bis 2017 umsetzen. (Pressemitteilung Agrarministerium)

Gegen ein pauschales Verbot der Schredderei bis dato spricht sich Schmidt jedoch aus. Sonst bestünde die Gefahr, dass deutsche Firmen ihre Produktion ins Ausland verlagern. Die deutsche Regierung hätte dann gar keine Kontrolle mehr über die Zuchtbedingungen, so das Argument Schmidts.


Musik

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