Bild: Bild: Patrick Pleul/dpa, Montage: bento

Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Wer eine Erkältung hat, der kann diese meistens selbst diagnostizieren – und weiß oft, was am besten dagegen hilft. Trotzdem müssen die meisten arbeitenden Menschen zum Arzt gehen, um sich krankschreiben zu lassen. 

Statt sich also zu Hause einen Tee zu kochen und das Bett zu hüten, muss man sich in das Wartezimmer der Arztpraxis setzen. Ein Hamburger Start-up will das nun ändern – und bietet seit Kurzem Krankschreibungen über WhatsApp an. 

Wie funktioniert die Krankschreibung über WhatsApp?

Der Service ist nur für Erkältungen vorgesehen, weil diese allein durch Fragen gut zu diagnostizieren seien. Wer sich krankschreiben lassen möchte, muss auf der Website lediglich ein paar Fragen zu seinen Symptomen und etwaigen Risiken beantworten:

(Bild: Screenshot AU-Schein.de)

Deuten diese auf eine Erkältung hin, bekommt man von einem Arzt eine Krankschreibung ausgestellt – direkt als Bild in WhatsApp und einen Tag später auch mit der Post. Kostenpunkt für die Krankschreibung im Messenger: neun Euro.

Ist das überhaupt legal?

Das Start-up selbst sagt, das Angebot sei "von Rechtsanwälten bestätigt" und bezieht sich auf eine Änderung zur Telemedizin: Diese darf seit 2018 in vielen Bundesländern im Einzelfall zum Einsatz kommen, in Schleswig-Holstein ist sie sogar umfassend zugelassen. 

Doch für einen solchen Einsatz sei die Änderung eigentlich nicht vorgesehen gewesen, sagte Carsten Leffmann, Ärztliche Geschäftsführer der schleswig-holsteinischen Ärztekammer: "Ich sehe schon einen Unterschied zwischen einer Fernbehandlung und der Fernausstellung eines Dokuments." (Heise)

Auch aus Gründen des Datenschutzes lehnt er das Angebot ab, die Rechtsabteilung seiner Kammer prüft derzeit das Geschäftsmodell via WhatsApp. (Welt)

Das Unternehmen selbst warnt auf seiner Webseite, dass Arbeitgeber und Krankenkasse misstrauisch werden und "abwegige Rechtsansichten" vertreten könnten – im schlimmsten Fall könnten sie die Krankmeldung nicht anerkennen. Dann müsste ein Arbeitsgericht entscheiden, ob der Service zulässig ist.


Tech

Warum ich kein Internet zu Hause habe – und auch keins mehr will

Seit ungefähr 100 Jahren gehört in jede Wohnung ein Klo, ein Kühlschrank und ein Bett. Mit dem Anbruch des 21. Jahrhunderts wurde diese Mindestausstattung zum Leben noch um einen weiteren Gegenstand erweitert: den Router

Ich habe bei meinem letzten Umzug jedoch beschlossen, in meiner neuen Wohnung auf letzteren Gegenstand zu verzichten. Bei mir zu Hause gibt's kein Internet, inzwischen seit mehr als einem halben Jahr. Und, ja: 

Mir geht's gut damit. Vielleicht sogar besser als lange zuvor.